BEACH BODY

Am Aschermittwoch begann die siebenwöchige Fastenzeit, die an Ostern endet. Dann startet auch der Frühling. Der Sommer naht unerbittlich. Und damit die Bikini-Saison.

Zeit für den BEACH BODY. Was braucht es dafür? Zunächst Deinen Körper, dann einen Strand. Ganz ohne Quälerei und Verzicht! Haut rein! Vamos!

  

Aus der Abteilung für höheren Blödsinn.

EGAL-WAHL?

Berlin hat gewählt. Dit Bärchen muss die Deutsche Fahne anschauen. Deutschland schaut auf Berlin.

Teilwiederholung der Bundestagswahl in Berlin (11.02.): CDU und AfD legen kräftig zu. Die Berliner:innen haben vor allem die SPD abgestraft. Verluste verzeichnet aber auch die FDP. Die Linke und die Grünen blieben in etwa stabil.

Wegen einer Reihe von Pannen 2021 musste die die Bundestagswahl in 455 der 2.256 Berliner Wahllokale wiederholt werden.
In Berlin hat gerade einmal die Hälfte der Stimmberechtigten den Weg ins Wahllokal gefunden. Die Teilwiederholungswahl, zu
der etwa 550.000 Berliner:innen aufgerufen waren, verändert die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag nicht. Aber gleich vier Abgeordnete aus Berlin sind jetzt nicht mehr im Deutschen Bundestag vertreten. Für Nina Stahr (Die Grünen) zieht laut dem vorläufigen Ergebnis nun Franziska Krumwiede-Steiner aus Nordrhein-Westfalen in den Bundestag ein. Für Ana-Maria Trasnea (SPD) rückt voraussichtlich Angela Hohmann aus Niedersachsen nach, für Pascal Meiser (Die Linke) Jörg Cezanne aus Hessen. Lars Lindemanns (FDP) Sitz entfällt. Der Bundestag wird entsprechend kleiner. Ihm gehören künftig noch 735 Abgeordnete an, darunter nur noch 91 der FDP.

Kandidieren durften nur diejenigen Parteien und Kandidatinnen und Kandidaten, die schon bei der regulären Bundestagswahl 2021 angetreten waren. So kandidierte die terrorverdächtige AfD-Politikerin Malsack-Winkemann für das Direktmandat der AfD
in Steglitz-Zehlendorf. Die in Untersuchungshaft sitzende AfD-Kandidatin hat ihr Ergebnis von 2021 noch minimal verbessert.

Mit der Abstimmung in Berlin hat ein Jahr mit vielen Wahlen begonnen. Am 9. Juni wird das Europäische Parlament in Deutschland neu gewählt, außerdem die kommunalen Vertretungen in neun Bundesländern. Viele engagierte und fleißige Wahlhelfer:innen sitzen in den Startlöchern.

Und die Nichtwähler:innen verbleiben in der Komfortzone.

Berlin war am Sonntag rechts abgebogen.

16 Jahre Kohl, 16 Jahre Merkel – das überzeugt die Menschen. Alles soll so bleiben, wie es war!

Die Demonstrationen mit Hunderttausenden haben die AfD gestärkt. Die Mitgliederzahlen steigen, bei den Wahlen legt die AfD zu. Die Deutschen lieben ihre Boliden und die Autobahn. Und so fahren sie in ihrem Porsche dem Sonneuntergang entgegen.

STERN DES SÜDENS

SÜDSTERN. Der U-Bahnhof wird ausschließlich von der Linie U7 bedient. Der U-Bahnhof Südstern ging unter dem Namen Hasenheide in Betrieb. Am 3. Juni 1933 bekam die Station den Namen Kaiser-Friedrich-Platz, gut fünf Jahre später erfolgte am 1. Januar 1939 die nächste Umbenennung in Gardepionierplatz. Am 24. Mai 1944 trafen bei alliierten Luftangriffen zwei Bomben den Bahnhof direkt. Dabei gab es schwere Zerstörungen im Gleisbereich. Mitte April 1945 traf wiederum eine Fliegerbombe die Station und zerstörte einen Großteil der Bahnhofsdecke. Der erste Pendelzug fuhr wieder am 11. Juni 1945 zwischen den Bahnhöfen Hermannplatz und Belle-Alliance-Straße (heute Hallesches Tor). Zwei Jahre später hieß die Station Südstern. Seit Dezember 2023 Southstar, oder?

   

Ja, »Stern des Südens« lautet nicht nur die Überschrift dieses Posts, sondern so heißt auch auch die Vereinshymne des FC Bayern. Nein, ich bin nicht vom Glauben abgefallen und konvertiert! Meine Fußball-Hymne lautet »Im Herzen von Europa liegt mein Frankfurt am Main«. Also Schal raus, in die Höhe damit und los gehts: »Eintracht vom Main, nur du sollst heute siegen!/ Diva vom Main, weil wir dich alle lieben!«

REINHEITSGEBOT?

   

Sucht ganz Deutschland jetzt den AHNENPASS! Der »Ahnenpaß« war eine gesetzliche Ausweisurkunde, die amtlich beglaubigte Abstammungsnachweise enthielt. Der Ahnenpaß wurde seit 1934 zuerst vom »Reichsverband der Standesbeamten Deutschlands« herausgegeben und diente ausschließlich zum »Nachweis der arischen Abstammung«. Dem Ahnenpaß lag die Vorstellung der Zugehörigkeit zu einem »Volk« aufgrund von kulturellen Merkmalen zugrunde. Seine Erfinder beschrieben eine »deutsche Volksgemeinschaft« als »Blutsgemeinschaft« und als Kollektiv von Menschen mit angeborenen gemeinsamen Persönlichkeits-
merkmalen. Im Ergebnis einer kruden und längst widerlegten Rassenlehre, verklärte man »nordische ARIER« zum Idealbild der »Herrenrasse«.

Der Begriff »Arier« kommt aber aus der indischen und persischen Region und bedeutet etwas ganz Anderes als es die Nazis früher und die Rassisten heute gerne hätten.

Der faschistische Berufspolitiker und designierte thüringische Ministerpräsident sowie Oberstudienrat für tausendjährige Geschichte und Leibesübungen Björn Höcke (*1972 in Lünen) spricht seit jeher Klartext. Auffällig sind die zahlreichen von ihm verwendeten Begriffe aus der NS-Zeit: Altparteienkartell, Lügenpresse, Volksverderber, Zinsknechtschaft, Volkstod, tausendjährige Zukunft. Die rutschen einem Geschichtslehrer nicht einfach nur so heraus. Diese Liste könnte man noch verlängern, doch Höcke wiederholt sich im Grunde genommen immer wieder. In Höckes Reden steckt sehr viel Hitler. »Die Sehnsucht der Deutschen nach einer geschichtlichen Figur, welche einst die Wunden im Volk wieder heilt, die Zerrissenheit überwindet und die Dinge in Ordnung bringt, ist tief in unserer Seele verankert, davon bin ich überzeugt.«, so Höcke.

In seinem Buch »Nie zweimal in denselben Fluss« (bloß nicht kaufen!), das Mitte 2018 erschien, fordert Höcke als zentrales Ziel seiner Partei AfD eine Säuberung Deutschlands von »kulturfremden« Menschen. Höcke schreibt: »Neben dem Schutz unserer nationalen und europäischen Außengrenzen wird ein groß angelegtes Remigrationsprojekt notwendig sein.« Dieses »Remigrationsprojekt«, so schreibt es Höcke, sei wohl nur mit Gewalt zu schaffen. »Auch wenn wir leider ein paar Volksteile verlieren werden, die zu schwach oder nicht willens sind, sich der fortschreitenden Afrikanisierung, Orientalisierung und Islamisierung zu widersetzen.«

»Remigration« ist zum Unwort des Jahres 2023 gekürt worden. Das Wort sei ein »rechter Kampfbegriff« und eine »beschönigende Tarnvokabel«, werde von Rechtsextremen für die Forderung nach Zwangsausweisungen und Deportationen benutzt. – Auf Platz zwei landete übrigens »Sozialklimbim«. Noch Fragen?

Was ist das Schwerste von allem? Was dir das Leichteste dünket:
Mit den Augen zu sehn, was vor den Augen dir lieget (Johann Wolfgang von Goethe, Xenien aus dem Nachlaß 45).

FAUL & ZUMUTBAR

Nach der Migrationsdebatte tobt die mediale Bürgergeldkampagne. Aus ›Hartz-IV‹ war 2023 im ›Orwell-Sprech‹ das »Bürgergeld« (Hartz-IV mit Schleifchen) geworden. Zur Freude der deutschen Sozialdemokratie. »Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen«, hatte einst der bibelfeste Genosse Franz Müntefering erklärt. Den Anhängern der ›schwarzen Pädagogik‹ war das Bürgergeld aber stets
ein Dorn im Auge. Nun erhöhen die bürgerlichen Medien die Schlagzahl. Auf allen Kanälen wird die Debatte befeuert. Nicht nur
im ›Bertelsmann-Bildungsfernsehen‹ (RTL 2).

   

Das zuständige Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) plant nach Medienberichten (siehe den Post SCHLAGZEILEN unten) die Sanktionierung von FAULEN, die ZUMUTBARE ARBEIT ablehnen. Doch wie gestaltet der Gesetzgeber rechtssicher die Definition der Begriffe FAUL & ZUMUTBAR? Oder überlässt er die Einschätzung den Sachbearbeiter:innen in den Behörden? Gewissermaßen dem ›gesunden Volksempfinden‹. Oder plant der Gesetzgeber gar die Einführung der bargeldlosen Bezahlkarte (mit festgelegten Kaufoptionen) auch für Bezieher von Bürgergeld?

Zum Glück haben wir keine anderen Probleme im Lande.

NEUES SPIEL

Manege frei für die handelnden − und leider selten spaßigen − Mächtigen. Mehrheitlich Männer mit Persönlichkeitsstörungen. »Send in the Clowns« … Fügen wir uns dem Schicksal? Nein! COURAGE zeigen. Einbringen. Beteiligen. Wählen gehen. A Naughty New Year!

   

Lassen wir das vergangene Jahr hinter uns und gestalten mit viel Optimismus und Zuversicht 2024!
Ein gutes neues Jahr.

SCHLAGZEILEN

Die Politik beschwor über die Feiertage den ›gesellschaftlichen Zusammenhalt‹. Die bürgerlichen ›Qualitätsmedien‹ setzen
die Themen. Schlagzeile des ›Zentralorgans für die Interessen der Reichen und Schönen‹ − »Für Euch!« (29.12.23).
Arm durch Arbeit? Das »Gute-Jackpot-Gesetz« stoppt akute Existenzsorgen. In der Zeit »zwischen den Jahren« ermöglichten sagenhafte Jackpots ›soziale Teilhabe‹. Im Eurojackpot lagen 78−113 Millionen Euro; beim ›normalen‹ Lotto gab es 39−48 Millionen Euro (Stand: 31.12.). 
2024 − Das »Jahr der Patrioten«? Geht das Bürgertum (wieder) fremd? Zumindest kuschelt es gerne mit den Völkischen. Im Wahljahr 2024. »Die Geschichte lehrt dauernd, aber sie findet keine Schüler« (Ingeborg Bachmann).

MO VENE NATALE

Erste Weihnachtsstimmung kam beim neapolitanischen Weihnachtskonzert am 2. Adventssonntag auf (Alte Feuerwache Friedrichshain/ 10.12.). Nach drei Jahren Corona-Pause führten RACHELINA und die MACCHERONIES mit musikalischen Gästen
die liebgewordene Tradition endlich wieder fort. Zu den Musikern der Band gesellte sich eine Berliner Drehorgel, die neapolitanische Weisen spielen kann. Der fabelhafte Michele Castellarin bereicherte den Maccheronie-Sound mit seiner Mundharmonika.
Der zampognaro Alberico Larato sorgte mit seinen alten Instrumenten wie Sackpfeife (zampogna) und Zieharmonika (organetto) für
die authentische Atmosphäre. Und der Puppenspieler Roberto Lanave verzauberte Jung und Alt mit seinen selbst geschnitzten Handpuppen (guaratelle). Das Puppenspiel erzählte die die klassische Geschichte von Pulcinellas Kampf gegen Tod und Teufel.  

Bekannt sind die neapolitanischen Weihnachtskrippen.

Rachelina und ihre Musiker folgen mit dem neapolitanischen Weihnachtskonzert einer Tradition, die in der Stadt unter dem Vesuv seit dem Jahr 1698 gepflegt wird. Damals wurde die »Cantata dei Pastori – die Ballade der Hirten« hier zum ersten Mal aufgeführt. Ein Singspiel, bei dem weniger der religiöse Aspekt der biblischen Geschichte im Vordergrund steht, als vielmehr profane Alltagsgeschichten, gewürzt mit dem typischen neapolitanischen Humor. Für weihnachtliche Stimmung sorgten auch die mehrstimmigen ›Villanelle‹ der Renaissance. Ebenfalls aus Neapel: »Tu scendi dalle stelle/ O Re del Cielo« (Du steigst von den Sternen herab/ Oh König des Himmels). Aber nach der Tradition wurde es modern.

HINWEISE 

Kürzlich erschien die CD »Bevete più latte« (Trink mehr Milch) des italienischen Kinderchors »i BiRiCHiNi« & der Bigband
»the flintstones« (zu beziehen über die Site der Band).

Weltbekannt wurde die Firma Cocchi, Bacigalupo & Graffigna aus der Schönhauser Allee mit der Produktion von Drehorgeln und Orchestrien. Hierzu läuft zurzeit die Austellung »MUSICA DI STRADA. Italiener:innen in Prenzlauer Berg – Handel, Handwerk & Musik« (Museum Pankow; bis 19.10.2025).


»Frieden, Frieden, Frieden«. – Nicht nur zur Weihnachtszeit. DAS den ›Qualitätsmedien‹ und der Politik ins Stammbuch geschrieben.