Qual der Wahl. An diesem Wochenende hat Berlin an jeder Ecke was zu bieten: kostenlos und draußen.
Am Freitag startete das 41. Internationale Drehorgelfest. Zur Parade über den Kurfürstendamm trafen sich die Drehorgel- spieler:innen an der Bleibtreustraße (02.07.). ORGANILLERO aus México, ORGANILLEROS y CHINCHINEROS: Familie Saavedra aus Santiago de Chile. Lebensfreude pur. VIVA LA VIDA.
Mmhh, DAS kann man doch nicht stehen lassen. Die Berliner:innen sind als Feinschmecker:innen im ganzen Land bekannt: ›Gemischtes Doppel‹ oder ›Ohne‹ rot-weiß gehören einfach dazu.
Die »Berliner Luft« bietet dem KATER traditionell ein gutes Umfeld. Aber auch ›Leckerli‹ wie ein »2017er FIESLING brut« aus dem ›Späti in der Reinhardtstraße‹ können den Kater manchesmal aus der Reserve locken. Also besser nichts mit miez, miez, miez, … Und das ist gut so!
Janz Berlin is eene Wolke! – Janz Berlin is voll Musike! Endlich wieder!
Zwei Jahre fielen wegen DER SEUCHE beliebte Konzerte und Musikveranstaltungen aus. Jetzt legen die Kulturveranstalter:innen wieder los. Endlich.
Trotz der Temperaturen in Höhe von mehr als 35 Grad Celsius strömten an zwei Tagen die Massen zur »STAATSOPER FÜR ALLE« am Bebelplatz in Mitte (18./ 19.06.).
Der Publikumsmagnet »Fête de la Musique« wurde 40 und der ›Singalong‹ der FÊTE fand zum fünften Mal in Berlin am Brandenburger Tor statt. Am Charlottograder Karl-August-Platz fetzte zuvor »Berlin Brass Caravan« mit BALKAN-BRASS (21.06.).
CHORO vom Feinsten präsentierte die »Grupo Chorinhoso« in der Besetzung Flauta, Cavaquinho, Pandeiro & Violão 7 Cordas (von links/ 23.06.).
Am heutigen Samstag übertragen das ›rbb-Fernsehen‹ und ›3Sat‹ ab 20:15 Uhr das traditionelle »Saisonabschlusskonzert der BERLINER PHILHARMONIKER« live aus der Waldbühne (25.06.). Es dirigiert Kirill Petrenko. Beschwingt. Janz Berlin is eene Wolke! – Janz Berlin is voll Musike!
Da mach’ ich doch glatt den HANS ALBERS. Belcanto vom Feinsten!
[…] wenn der Sturmwind sein Lied singt, dann winkt mir der großen Freiheit Glück. Wie blau ist das Meer, wie groß kann der Himmel sein, […] Seemann, gib acht, denn strahlt auch als Gruß des Friedens, hell durch die Nacht das leuchtende Kreuz des Südens. […] wenn der Sturmwind sein Lied singt, dann winkt mir der großen Freiheit Glück.
Die BVG (Berliner Verkehrsgesellschaft) lud zur E-BUS-SCHAU auf den Hof des Omnibushofs in Spandau (17.06.). Dort gab es Informationen zur neuen Busflotte, die bis 2030 komplett auf Elektroantrieb umgestellt sein soll. Wie sehen die aktuellen Modelle aus? Und welche Unterschiede gibt es eigentlich? Ein besonderes Highlight war die Probefahrt mit dem elektrischen Doppel-Gelenkbus aus Österreich über den Hof. Der Bushof in Berlin-Spandau ist die Heimat von 400 BVG-Beschäftigten und der größte der Stadt. Erbaut wurde er im Januar 1967. Bei den Berliner Verkehrsbetrieben denkt man auch über die Einführung von Ober- leitungsbussen (O-BUSSEN) nach. Im brandenburgischen EBERSWALDE kann man diese seit Jahren im Einsatz bewundern.
Projekt »Hybrides Elektrolöschfahrzeug« Mit dem eLHF erprobt die Berliner Feuerwehr seit März ein elektrisch betriebenes Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug. Bereits im Jahr 1908 hatte die Berliner Feuerwehr (nicht zu verwechseln mit Groß-Berlin) den ersten ELEKTROMOBILEN LÖSCHZUG in Dienst gestellt, vier weitere folgten in den kommenden Jahren noch. Nach dem Ersten Weltkrieg war erstmal für lange Zeit Schluss damit.
Kürzlich erschien im Görlitzer Senfkornverlag RAFAŁ DUTKIEWICZS Buch »Der Zauberer von Breslau«. Anlass für einen schönen kurzweiligen Abend an der Landesvertretung Niedersachsen (17.06.). Im fesselnden Gespräch mit Verleger ALFRED THEISSEN gab Dutkiewicz humorvoll Auskunft über seinen Werde- gang und natürlich über seine Breslauer Jahre, hin zu bewegenden Begegnungen, aber auch schwierigen Herausforderungen.
RAFAŁ DUTKIEWICZ (re) und ALFRED THEISSEN bei der Buchvorstellung.
Rafał Franciszek Dutkiewicz (*1959) ist Politiker, Unternehmer, Universitätsdozent und Aktivist. Von 2002 bis 2018 war Dr. Dutkiewicz Stadtpräsident (entspricht einem deutschen Oberbürgermeister) der Stadt Wrocław (Breslau). In diesen Jahren seiner Amtszeit erlebte die niederschlesische Hauptstadt einen atemberaubenden wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung zu einer der blühendsten und bewunderten Metropolen nicht nur Polens, sondern ganz Europas. Seine historischen Verdienste um Breslau, aber auch um europäische Integration und die deutsch-polnische Verständigung wurden in Deutschland unter anderem mit dem Erich-Kästner-Preis und dem Deutschen Nationalpreis gewürdigt, mit dem zuvor zum Beispiel Tadeusz Mazowiecki, Václav Havel, Fritz Richard Stern, oder Anita Lasker-Wallfisch ausgezeichnet wurden.
Bei den Kommunalwahlen 2006 bekam Dutkiewicz als unabhängiger Kandidat 84,53 % der Stimmen im ersten Wahlgang: »Belarussische Ergebnisse, gefährlich«, bemerkte er hierzu trocken. Im gleichen Jahr erschien sein Buch »Neue Horizonte« (Nowe horyzonty), in denen er über die Ausübung seines Amtes reflektiert. Während der Zeit des Kriegsrechts war Dutkiewicz führend in der Untergrundbewegung »Solidarność« in Breslau aktiv. Neben Danzig war Breslau damals das Zentrum der polnischen Gewerk- schaftsbewegung. Er berichtete über seinen abenteuerlichen Einsatz für Solidarność bis zu seiner Flucht. Auch die Erfahrungen in Deutschland – in Freiburg – und das Kennenlernen der Schweiz und Frankreichs kamen zur Sprache. Dutkiewicz besitzt einen Master-Abschluss in ›angewandter Mathematik‹ und einen Doktortitel in ›Formaler Logik‹. Ein erfrischender Zeitzeuge!
»Stich‘ den Spargel nie nach Johanni« – so lautet die holprige Bauernregel. Deshalb trägt der JOHANNISTAG auch den Beinamen ›SPARGELSILVESTER‹. Der Johannistag am 24. JUNI ist das traditionelle christliche Mitsommerfest und erinnert an den Geburtstag Johannes‘ des Täufers.
Während der Beginn der Spargelsaison wetterbedingt ist, steht für das Ende der Saison mit dem 24. Juni ein KONKRETES DATUM fest. Der Grund dafür: Bis zum ersten Frost dauert es dann noch mindestens 100 Tage; die Pflanze hat damit genug Zeit, sich zu regenerieren. Also Spargelliebhaber:innen, ranhalten, ›nur‹ sieben Tage wird der heimische Spargel noch angeboten.
TELLERSPRACHE, Spargelrisotto ›TRICOLORE‹, Rezept siehe unter SPARGELRISOTTO ›BICOLORE‹ vom 30. Mai 2022, einfach runterscrollen.ZUTATEN, Spargelrisotto ›TRICOLORE‹.
Fahrt ins polnische ŁAGÓW (Lagow) in der Województwo lubuskie (Woiwodschaft Lebus). Ein Sonderzug der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) fuhr aus Berlin in einer etwa dreistündigen Fahrt zur »PERLE des Lebuser Landes«, wie Łagów auch genannt wird. Bahnhof und eingleisige Nebenstrecke werden nur noch temporär für touristische Sonderzüge genutzt. WIADUKT kolejowy w Łagowie: 25 Meter hoch, 40 Meter lang. Das Viadukt gehört zur 2015 eingestellten Bahnstrecke von Toporów nach Międzyrzecz (Bahnlinie Topper–Meseritz).
In Łagów lockt die JOHANNITERBURG (Zamek joannitów w Łagowie). Die Burg entstand nach dem Jahre 1351. Lagow gehörte zu dieser Zeit dem evangelischen Johanniterorden, der 1810 aufgehoben wurde. Sie befindet sich auf einer Halbinsel zwischen dem TÜRKISSCHIMMERNDEN Tschetschsee (Ciecz) und dem Lagower See (Jezioro Łagowskie). Der TSCHETSCHSEE ist der größere der beiden malerischen Waldseen, an denen der Ort liegt. Er ist im Schnitt 19,3 tief und damit einer der tiefsten Seen Polens. Die Umrundung hat eine Gesamtlänge von 13 km. Der Lagower See entstand durch eine künstliche Teilung vom nördlich gelegenen Tschetschsee. Dessen Umrundung hat eine Gesamtlänge von 8,6 km. Derzeit wird die Burg als Hotel und Restaurant genutzt. An gleicher Stelle befand sich im 11. und 12. Jahrhundert eine SLAWISCHE BURG. 1251 kam das Gebiet unter die Herrschaft deutscher Ritterorden. Bis 1945 war der Ort deutsch. Das bis heute von der Gemeinde geführte Wappen erinnert an die jahrhundertlange Präsenz der Johanniter in Lagow. Am Fuß der Veste entstand eine zugehörige Siedlung für Handwerker und Dienstleute. Teil der Verteidigungsanlage der Burg mit dem Burgturm waren das ›Polnische Tor (Brama Polska) und das ›Märkische Tor‹ (Brama Marchijska). Die KIRCHE ›St. Johannes der Täufer (Kościół św. Jana Chrzciciela w Łagowie)‹ ist seit Oktober 1945 katholisch. Die deutsche Festungs- und Verteidigungsanlage »Burschener Schleife« aus den späten 1930er-Jahren (›OSTWALL‹: 12 km lang, 30 Meter tiefe Bunker und Tunnelanlagen) verläuft 13,5 km östlich der Stadt.
Konzert des »Jugendsinfonieorchesters des Bundesstaates Goiás (Orquestra Sinfônica Jovem de Goiás – OSJG)«. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 200. Jahrestag der Unabhängigkeit Brasiliens (1822–2022) kehrte das OSJG für eine weitere Tournee nach Deutschland zurück (Brasilianische Botschaft, 10.06.).
Das »ORQUESTRA SINFÔNICA JOVEM DE GOIÁS« feiert sein 20-jähriges Bestehen. Es entstand als soziales Projekt, um Kindern und Jugendlichen das Musizieren in Orchestern und das Singen in Chören zu ermöglichen. Als Vorbild diente hierbei das venezolanische Modell »EL SISTEMA« des Gründers José Antonio Abreu. »El Sistema« elektrisiert seit 1975 die Musikwelt.
Mit dem Solisten NATANIEL FERREIRA und unter der Leitung des Dirigenten ELIEL FERREIRA interpretierte das Orchester Werke lateinamerikanischer Komponisten wie Heitor Villa-Lobos, Astor Piazzolla, Camargo Guarnieri, Ary Barroso und Zequinha de Abreu. Das Stück »Série brasileira: Nr. IV. Batuque« von Alberto Nepomuceno gab einen Vorgeschmack auf die folgenden ›fetzigen‹ Kompositionen und Arrangements. Zum Weinen schön: »Danzón No. 2« von Arturo Márquez. Die Instrumentengruppen begannen sich im Takt zu bewegen. So bewegten sich die Geiger:innen synchron wie Ruderer. Zum Schmunzeln Beethovens »Pour Elise (em ritmo de Samba)«. Spätestens bei »Mourão« von César Guerra-Peixe und »Odeon« von Ernesto Nazareth musste man ›mitwippen‹. Begeisterung und Lebensfreude pur! »Tico Tico no fubá« krönte diesen wunderbaren Abend. Standing ovation und natürlich Zugabe. Das war der Hammer; Wahnsinn! Solch ein Konzert habe ich seit Jahren nicht erlebt.
NATANIEL FERREIRA und ELIEL FERREIRA beim »Le Grand Tango« von Astor Piazzolla. Der wunderbare Klangkörper. Ganz rechts der Gastgeber seine Exzellenz Botschafter Roberto Jaguaribe Gomes de Mattos.