nur Sex


Kürzlich traf ich CLEMENS SCHITTKO am Bürgeramt 3 in Friedrichshain-Kreuzberg. Ich nutzte die Gelegenheit, sein jüngstes Werk »nur Sex« signieren zu lassen. Dabei entstanden spontan ein paar Fotos.

Clemens Schittko gehört zu den eigenwilligen Stimmen der gegenwärtigen deutschsprachigen Lyrik. Seine Gedichte arbeiten häufig mit Alltagssprache, Wiederholungen, Satzfetzen und vorgefundenen Sprachmustern. Schittko bezeichnet viele seiner Texte als »Anti-Gedichte« – Gedichte also, die sich klassischen Vorstellungen von lyrischer Schönheit und Geschlossenheit ganz bewusst entziehen.

Der 2024 erschienene Gedichtband »nur Sex« versammelt lange, ausufernde Texte, Montagegedichte und ›Ready-mades‹. Provokant. Schittko geht es um die Herrschaftssprache, in der gesellschaftliche Machtverhältnisse, Rollenbilder und Ideologien sichtbar werden. Er öffnet die Augen für das inflationäre ›Framing‹. Das titelgebende Gedicht etwa verdeutlicht stereotype und sexistische Redewendungen und führt sie durch Wiederholung und Übersteigerung vor. 

Aus der Wiederholung und Aneinanderreihung entwickeln die Gedichte eine eigene Komik und Schärfe. Seine Methode erinnert an Verfahren der Konzeptkunst: Vorgefundene Sprache wird aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gelöst, neu montiert und dadurch kritisch sichtbar gemacht.

das totale Gedicht

es ist fünf vor zwölf
und es ist fünf nach zwölf
es ist aber auch zwölf vor fünf
und es ist zwölf nach fünf

»Der Dichter der Stunde« (Ambros Waibel, taz); »Der interessanteste noch lebende Lyriker Deutschlands« (Robert Klages, Tagesspiegel).

Beantwortung der 5 W-Fragen

Ich
Lyrik
zuhause
immer
keine Ahnung 

Kein Quickie. Lust auf mehr? »nur Sex«, Taschenbuch, 177 Seiten, 22,00 Euro, ISBN 978-3-944503-24-0.

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