Sei du selbst. Alle anderen sind bereits vergeben.
— Oscar Wilde
Dies ist der erste Beitrag in meinem neuen Blog. Ich beginne gerade erst mit dem Bloggen; bleibt also dran, es folgen bald weitere Beiträge. Melde dich unten an, um eine Benachrichtigung zu erhalten, wenn ich etwas Neues poste
Die Tiefs »Elli« und »Gunda« führten aufs Glatteis (07.–14.01.). Tückische Eispanzer sorgten für tagelanges Glatteis-Chaos auf den Gehwegen der ›Weltstadt‹ Berlin. Der Rettungsdienst der Berliner Feuerwehr hatte zeitweise die »Auslastungsstufe 3« ausgerufen. Bis zum letzten Jahr wurde dies noch als »Ausnahmezustand« bezeichnet. Der Autoverkehr hatte dabei die Feuerwehr weniger beschäftigt, denn die meisten Straßen waren frei. Kaum Beulen an Autos! Die BERLINER SCHLITTERFAHRT führte dagegen Fußgänger (zu) oft in die Unfallkrankenhäuser. Der Zustrom an Patienten riss nicht ab. Die Patienten hatten sich komplexe Frakturen von Sprunggelenk, Schenkelhals, Hand, Schulter, Ober- oder Unterarm sowie Platzwunden, Prellungen und Kopfverletzungen zugezogen.
Das Freiräumen und Streuen der Straßen übernimmt die Berliner Stadtreinigung (BSR). Die BSR ist für bis zu 11.000 Kilometer Fahrbahn auf den Straßen der Metropole zuständig. Gestreut wird »nach Priorität«.
Die Gehwegs-Räumung ist in der Hauptstadt privatisiert. Grundsätzlich sind die Anlieger zuständig, heißt es im ›Berliner Straßenreinigungsgesetz‹. Warum aber die bezirklichen Ordnungsämter Hauseigentümer nicht zur Verantwortung heranziehen, und Flächen, die der Stadt gehören, nicht gestreut werden, bleibt ein Mysterium. Zumindest innerhalb des S-Bahn-Rings.
Doch darüber hinaus lehnt die BSR eine Änderung ab. Die zusätzlich zu bearbeitende Strecke für den Winterdienst auf Gehwegen und Radwegen in der Stadt entspräche schätzungsweise 12.000 Kilometern. Ressourcen dafür seien nicht vorhanden. Das Räumen und Streuen auf Gehwegen sei zudem komplexer als auf Fahrbahnen.
OLYMPISCH: Um Unfälle und Brüche auf glattem Untergrund zu vermeiden, raten Orthopäden und Unfallchirurgen dazu, sich vorsichtig im »PINGUIN-GANG« zu bewegen. Dabei wird der Körperschwerpunkt über dem auftretenden Bein ausgerichtet. Man bewegt sich äußerst langsam und schiebt sich mit kleinen Schritten auf ganzer Sohle über den Boden. Die leicht nach vorne geneigte Körperhaltung sorgt so für mehr Stabilität. Nach Möglichkeit sollen Passanten sich bei einer Person einhaken oder sich an Geländern und Häuserwänden entlangtasten. Empfohlen wird außerdem, Schuhe mit gutem Profil zu tragen und gegebenenfalls mittels SCHUH-SPIKES auch normales Schuhwerk wintertauglich zu machen (etwa 20,00 Euro).
Aufatmen! Seit heute ist die Metropole wieder eisfrei. Der letzte wirklich schneereiche Winter in Berlin war 2010; mit Rekordschneemassen und langanhaltenden vereisten Gehwegen.
Winteridylle 2026. Das Eis trügt mehr, als es trägt.
NOTABENE: Die gute Nachricht: 2025 war das drittwärmste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn. Erstmals liegt die globale Durchschnittstemperatur in drei aufeinanderfolgenden Jahren mehr als 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Es droht ein baldiges Überschreiten des Pariser Klimaziels. »2025 war ein weiteres außergewöhnliches Jahr für den Planeten«, erklärte Samantha Burgess, Vizedirektorin des EU-Programms Copernicus, in einem Briefing zur Veröffentlichung der »Global Climate Highlights«. Die vergangenen elf Jahre seien die elf wärmsten jemals dokumentierten gewesen. (SPEKTRUM, 14.01.2026). UND: Berlin soll »Modellstadt für Krisenfestigkeit« werden, so der Regierende Bürgermeister Kai Wegner in seiner gestrigen Regierungserklärung (Tagesspiegel, 16.01.). Wow!
Fingerfood vom Feinsten. Zwei Sorten Teigtaschen (3 Personen).
250 g gemischtes Hackfleisch, getrennt kaufen, je 125 g Rind und Schwein. 250 g Schinkenwürfel (Schwarzwälder Schinken). 3 Packungen Blätterteig für 2 Bleche, je 1 ½. 2x Eigelb (zum Bestreichen).
Die Chilischoten waschen und entkernen. Schalotte, Knoblauchzehen und Chilischoten klein schneiden. Das Hackfleisch anbraten, salzen, pfeffern. Schalotten dazugeben. Mit Rosenpaprika (scharf) gut würzen. Sukzessive die Schoten und den Knoblauch dazu. Mit ›Paprika edelsüß‹ würzen. Kurz vor dem Garwerden die Rosinen und kleingeschnittenen gekochten Eier in die Füllung.
SCHINKEN TEIGTASCHEN Die Schinkenwürfel in die Blätterteigteilchen einrollen.
Ggf. zusammen mit einem milden geriebenen Bergkäse (z. B. Appenzeller, Raclette) – das probiere ich noch aus. Dann müsste man aber die Zutatenmenge reduzieren: 125 g Schinkenwürfel; 125 g Käse.
Mit einem Teigrädchen (als Kinder sagten wir »Rähle-Rähle« dazu) kleine Felder ausschneiden. CAVE: der Teig muss kalt verarbeitet werden.
»Glück auf!« So lautet der Gruß in den deutschen Bergbaugebieten. Auch heute noch. Mit den besten Wünschen für das neue Jahr 2026.
Glück auf, Glück auf! Der Steiger kommt, und er hat sein helles Licht bei der Nacht, und er hat sein helles Licht bei der Nacht schon angezündt, schon angezündt
Hat’s angezündt, ´s wirft seinen Schein, und damit so fahren wir bei der Nacht, und damit so fahren wir bei der Nacht ins Bergwerk ein, ins Bergwerk ein.
Ins Bergwerk ein, wo die Bergleut‘ sein, die da graben das Silber und das Gold bei der Nacht, die da graben das Silber und das Gold bei der Nacht aus Felsgestein, aus Felsgestein.
[…]
Ade, Ade! Herzliebste mein! Und da drunten in dem tiefen, finstren Schacht bei der Nacht, und da drunten in dem tiefen, finstren Schacht bei der Nacht, da denk ich dein, da denk ich dein.
Und kehr‘ ich heim zur Liebsten mein, dann erschallet des Bergmanns Gruß bei der Nacht: dann erschallet des Bergmanns Gruß bei der Nacht: Glück auf, Glück auf!!! Glück auf, Glück auf!
[…]
Das Bergmannslied ist auch als STEIGERLIED (»… denn wir tragen das Leder vor dem Arsch bei der Nacht«) bekannt, 7 Strophen, 1856.
FAKTEN, FAKTEN, FAKTEN? Fakten, Fakten, Fakten? Das war einmal. Stattdessen Emotionen. Wir stehen 2026 am Scheideweg. Künstliche Imitate (KI) bedrohen unser Zusammenleben. Die Tech-Milliardäre in der Midlife-Crisis haben nicht nur nützliche Tools für die Beschleunigung und Verarbeitung großer Datenmengen geschaffen. Nach FAKE-NEWS nutzen Mächtige und böse alte Männer die Algorithmen für FAKE-HISTORY und FAKE REALITY. Wissenschaftliche Daten und gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse werden permanent in Zweifel gezogen, gar vernichtet (wie langjährige Klimadaten). Die Macht der Bilder. Bilder werden verändert oder künstlich geschaffen. (Fast) perfekte Fälschungen. Hatte sich die Vergangenheit wirklich so zugetragen, wie sie als gesichert dargestellt wird? Orwell lässt grüßen. ›Orwell-Sprech‹ verbreitet sich auch durch manipulativen Kampagnen-Journalismus (Euphemismen, Kriegsrhetorik): »Unwissenheit ist Stärke«, »Lüge ist Wahrheit«, »Sklaverei ist Freiheit«, »Krieg ist Frieden«. Donald Trump hat ein ›Wahrheits- ministerium‹ geschaffen. Als ›Pranger‹ für unliebsame Veröffentlichungen. Wir müssen auf der Hut sein! Mehr denn je. Unseren Augen und Ohren können wir nicht mehr trauen. Daher permanenter Quellencheck.
KULTURKAMPF »Der historische Kulturkampf des 19.Jhrhunderts galt der Machtfrage zwischen Staat und Kirche. Heute bezeichnet der Begriff etwas anderes: die Polarisierung moderner Gesellschaften, die Identitäten, Lebensweisen und Zugehörigkeiten betreffen. Streit wird nicht mehr als Suche nach dem besseren Argument verstanden, sondern als Kampf um Deutungshoheit. […] ›Wer die Sprache beherrscht, beherrscht den Streit‹. Begriffe wie ›Cancel Culture‹, ›Sprachverbot‹ oder ›Genderzwang‹ verschieben Wahrnehmungen schon in dem Moment, in dem sie ausgesprochen werden. Sie schaffen Lager, die einander nicht mehr überzeugen, sondern nur noch besiegen wollen.« (Manos Tsangaris & Anh-Linh Ngo im Akademie-Brief #1, Nov./ Dez. 2025, Betrifft: KULTURKAMPF?).
SHIT STORMS »Die Verrohung im Netz hält unsere Gesellschaft auf Dauer nicht aus«. Hass und Hetze im Internet bedrohen unsere Demokratie, warnt Andreas Voßkuhle, der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts (Tagesspiegel, 27.12.2025).
Die Berliner City West erstrahlt vom KaDeWe über die Tauentzienstraße und den Kurfürstendamm bis zum Rathenauplatz in Halensee. Diesmal ist wieder die komplette 4,5 Kilometer lange Strecke weihnachtlich beleuchtet. Rund 100.000 Leuchten, verteilt auf mehr als 550 Bäume, setzen den Boulevard in Szene. Zu den Hinguckern der Weihnachtsbeleuchtung gehören die Großfiguren. Eine Besonderheit unter den Großmotiven ist in diesem Jahr laut dem Lichtdesigner Andreas Boehlke ein Schiff, das zuvor in Barcelona zu sehen war. Dieses steht jetzt in der Mitte des Boulevards KUDAMM.
Bis zum 6. Januar kann die Weihnachtsbeleuchtung jeden Abend von Sonnenuntergang bis 23:00 Uhr genossen werden. Am besten nutzt man für die Tour die Doppeldecker-Busse der Buslinien M19 (ab ›Betriebshaltestelle Mehringdamm‹) und M29.
Anders als in anderen Städten finanziert sich die Berliner Weihnachtsbeleuchtung ausschließlich aus Spenden. In den Vorjahren wurde immer wieder um die Finanzierung gerungen. Der Berliner Senat hat inzwischen seine Unterstützung komplett eingestellt. Zuletzt unterstützte der Senat die Beleuchtung im Jahr 2023 mit 100.000 Euro. Seitdem organisiert die AG City die Aktion und sammelt gezwungenermaßen Spenden. Neu in diesem Jahr ist, dass die Berliner:innen unter dem Namen »Schenke Berlin dein Licht« Patenschaften für Leuchtmittel erwerben konnten. Die größte Einzelspende betrug 300.000 Euro.
Der Osten dagegen bleibt dunkel. Eine Weihnachtsbeleuchtung wird es auch in diesem Jahr nicht auf dem Pracht-Boulevard ›Unter den Linden‹ geben. Eine private Spendenaktion − wie für den Kudamm − konnte auch in diesem Jahr nicht die nötigen Mittel erzielen, um eine entsprechende Illumination zu gewährleisten.
Weihnachtskonzert der ZOLLKAPELLE im Casino des Hauptzollamtes (HZA/ 10.12.). Big-Band-Sound vom Feinsten; interpretiert von neunzehn Musiker:innen: vier Trompeten, fünf Posaunen − darunter eine Bass-Posaune, fünf Saxophone (Tenor-, Alt- und Bariton), E-Gitarre, Bass, Schlagzeug, Percussion und eine Jazzsängerin. Als Zugabe erklang die »Petersburger Schlittenfahrt«.
Vor dem Konrad-Adenauer-Haus in Berlin haben Aktivisten des »Zentrums für politische Schönheit (ZPS)« eine lebensgroße bronzene Statue des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten WALTER LÜBKE aufgestellt (01/ 03.12.). Der CDU-Politiker Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni 2019 auf seiner Terrasse im nordhessischen Wolfhagen-Istha von dem Rechtsextremisten Stephan E. ermordet worden − aus dessen Ablehnung von Lübckes rechtsstaatlicher Haltung zur Flüchtlingspolitik. Lübcke stehe hier »als warnendes Symbol für die Verteidigung demokratischer Werte. Die CDU darf diejenigen, die sich dem Rechtsextremismus in den Weg gestellt haben, nicht vergessen«, hieß es in einem Video der Künstlergruppe ZPS.
Das Walter-Lübke-Memorial solle zum »Mahnmal für den Schulterschluss von Konservativen und Faschisten« werden. »Wir bringen das Andenken an Walter Lübcke dorthin, wo es am dringendsten gebraucht wird.« Walter Lübcke passe jetzt auf die CDU auf. Der Berliner Bezirk Mitte hat das Aufstellen der Statue für zwei Jahre genehmigt.
Ins Schwarze getroffen. Die betroffene CDU und die Springer-Medien schäumen vor Wut. Die Partei verwehre sich »gegen die unaufrichtige Instrumentalisierung von Walter Lübcke durch linke Aktivisten«. Bundeskanzler Friedrich Merz kritisierte die Aktion als »völlig geschmacklos«. Anders der Publizist und frühere CDU-Mann Michel Friedman. Der mutmaßliche ›linke Aktivist‹ bezeichnete den Protest gegen die Statue als unverständlich. Die CDU sollte stolz sein, äußerte Friedman bei der Einweihung der Lübcke-Statue: »Mein Vorbild steht jetzt vor der CDU-Zentrale, und ich freue mich auf die Einflüsse, die er jetzt auf die Betroffenen haben wird, wenn sie Entscheidungen treffen müssen«.
Noch vier Wochen bis Weihnachten. Am Montag nach dem Totensonntag öffnen traditionell die Weihnachtsmärkte. Deshalb heißt es jetzt vielerorts »Attacke! Auf ins Weihnachtsgetümmel.« Mit Snoo-oo-oo-oo-oopy. Gesehen aktuell am Kreuzberger Rio-Reiser-Platz, der bis August 2022 noch Heinrich Platz hieß (23.11.).
Auf dem Berliner Gendarmenmarkt findet nach fünf Jahren wieder am originalen Standort der »WeihnachtsZauber« statt. Die deutschen Weihnachtsmärkte: ›(Fr)essen‹ und ›Saufen‹ zu hohen Preisen; so kosten Bratwurst und Glühwein bereits fünf Euro. Der ewig gleiche Kitsch wird angeboten. Vorher wird mit dem BLACK FRIDAY jedoch noch der ›höchste christliche Feiertag‹ zelebriert. Dann werden Ladenhüter und Überkapazitäten zu manipulierten Rabatten online als Schnäppchen angepriesen.
LICHTBLICK Für besinnliche und fröhliche Weihnachtsstimmung sorgten auf der Hauptbühne RACHELINA UND DIE MACCHERONIES zusammen mit dem Schalmeienspieler (zampognaro) ALBERICO LARATO (25.11.). Stimmungsvolle pastorale Melodien gehören in ganz Italien so selbstverständlich zum Weihnachtsfest wie die Figuren der Musikanten auf den Krippen. Rechtzeitig zum Weihnachtsfest hat der italienische Kinderchor »i BiRiCHiNi« unter der Leitung von Rachelina die neue CD »ABRACADABRA« eingespielt. Ein schönes Geschenk!
Schön gestaltetes informatives Booklet mit den Liedtexten.
Das Letzte: Security und Sicherheitskontrollen an den vier Eingängen. Und mitten im »WeihnachtsZauber« ein größerer Stand mit Küchenmessern. Ein Schelm …
Das Volk murrte, und Gott sprach, wie im Exodus verzeichnet ist: »Ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen.« Gott öffnete die »Fenster des Himmels« und ließ dieses Himmelsbrot auf die Erde kommen, von dem das Volk sich sättigen konnte. »Und doch hatte er den Wolken oben geboten und die Türen des Himmels geöffnet und Manna auf sie regnen lassen, damit sie äßen, und ihnen Himmelsgetreide gegeben« (2. Mose/ Exodus 16, 13–36).
Der König und Friedensengel Donald Trump ließ aus seinem Kampfjet im »Shutdown« Manna auf seine Untertanen regnen. Er erstellte hierzu ein KI-generiertes Fäkalien-Video. Das verbreitete er über sein »soziales Netzwerk Truth Social« (20.10.). Trumps frommer Wählerschaft gefällt das.
Fast jeder in Deutschland kennt Alois Hingerl, den Münchner im Himmel. Dort soll der Münchner Grantler als Engel Aloisius täglich im Akkord frohlocken. Manna soll er trinken. »Des kennt’s selber saufa«, brummelt er sich in Rage.
BRASIL EM CONCERTO 2025/ 26 – Lançamento do programma. Das Eröffnungskonzert der Reihe »Brasilianische Klänge« war der brasilianischen Romantik gewidmet und umfasste Werke von Carlos Gomes, präsentiert von Pablo Rossi (Klavier) und Adriane Queiroz (Sopran). Aus dem Programm: Lieder von Carlos Gomes, darunter Ave Maria, Suspiro d’Alma, Noces d’Argent, Quem Sabe, u.a.
Antônio Carlos Gomes (1836–1896), geboren in Campinas, gilt als der bedeutendste brasilianische Opernkomponist und einer der wenigen Lateinamerikaner, die sich im Europa des 19. Jahrhunderts behaupten konnten. Sein Werk, das durch die Verschmelzung des italienischen Erbes mit einer ausdrucksstarken und dramatischen Lyrik gekennzeichnet ist, nahm Elemente des Verismo vorweg, die Komponisten wie Puccini und Mascagni beeinflussen sollten. Gomes bereitete den Weg für die Etablierung der ernsten Musik aus Brasilen.
Zum Jubiläum der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Nordamerika (The unanimous Declaration of the thirteen united States of America, 1776, ›Die einstimmige Erklärung der dreizehn vereinigten Staaten von Amerika‹) komponierte er die Hymne »Saudação do Brasil« (1876). Das Oratorium »Colombo« für Chor und Orchester zur Vierjahrhundertfeier der Entdeckung Amerikas durch Columbus gilt als ein Schlüsselwerk der brasilianischen Musikgeschichte. Außerdem komponierte Gomes eine Messe, Canzonetten, Männerchöre, Lieder und Klavierstücke.
Die in den Jahren 1868 bis 1870 entstandene Oper »Il Guarany« gilt als Meilenstein der brasilianischen Musikgeschichte. Sie feierte ihre Uraufführung an der Mailänder Scala und wurde anschließend in ganz Europa gespielt. Giuseppe Verdi sagte nach der Uraufführung, Gomes beginne da, wo er selbst aufgehört habe (»Questo giovane comincia dove finisco io!«). Brasilianische Botschaft in Berlin/ 11.11., Eintritt frei.
SE Rodrigo de Lima Baena Soares.
CHORO LIVRE
Konzert der Gruppe »Choro Livre« na Embaixada. Mit mehr als vier Jahrzehnten Erfahrung ist die Gruppe »Choro Livre« einer der wichtigsten Vertreter der brasilianischen Instrumentalmusik. Bekannt für ihre technische Rafinesse und ihre Fähigkeit, Virtuosität und Sensibilität zu verbinden, präsentiert die Gruppe ein Repertoire, das die Wege des Choro, Samba, Bossa Nova, Frevo und Baião beschreitet und die Vielfalt und Raffinesse der brasilianischen Musik offenbart.
»Choro Livre« wurde in Brasília gegründet und hat sich als internationale Referenz etabliert. Die Gruppe trat in mehr als 30 Ländern auf und bildete Generationen von Musikern durch die »Escola Brasileira de Choro« aus, die vom Mandolinisten Reco do Bandolim, dem Präsidenten des »Clube do Choro de Brasília«, gegründet wurde.
Die Gruppe (von links), bestehend aus Valério Xavier (Pandeiro), Márcio Marinho (Cavaquinho), RECO DO BANDOLIM (Mandoline), George Costa (6-saitige Gitarre) und Henrique Neto (7-saitige Gitarre), lud das Publikum zu einer Reise durch die Geschichte und die Rhythmen Brasiliens ein, mit Interpretationen, die sich durch Authentizität und die ansteckende Freude des Choro auszeichnen.
Das Programm des Abends umfasste Klassiker des Genres und Eigenkompositionen, die die Seele der brasilianischen Musik widerspiegeln, Meister wie Pixinguinha, Ernesto Nazareth und Jacob do Bandolim würdigen und die Vitalität einer Tradition offenbaren, die sich in ständiger Erneuerung befindet. Brasilianische Botschaft in Berlin/ 14.11., Eintritt frei.
Hinweis: Pablo Rossi wurde bereits im Post REGENWALD (17.05.2025), Adriane Queiroz im Post CONCERTO DE NATAL (07.12.2024), Márcio Marinho im Post BRASILIDADES (14.12.2024), die »Gruppe Choro Livre« im Post CARINHOSO (16.09.2023) vorgestellt.
PANTANAL
Die UN-Klimakonferenz 2025 (COP30/ 30. Weltklimakonferenz) findet in Belém – Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Pará – statt (10.−21.11.). Die gute Nachricht: Das 3-Grad-Ziel der Klimaerwärmung wird jetzt schneller erreicht. Auch die Klimakipp-Punkte im Erdklimasystem werden jetzt früher überschritten.
Die Ausstellung »Água Pantanal Fogo – Wasser Pantanal Feuer« (Brasilianische Botschaft in Berlin, 03.09.−28.10.). Ein künstlerisches Porträt des brasilianischen PANTANAL, dem größten Binnenfeuchtgebiet der Erde.
Fahrt mit dem Reisebus zum traditionellen Pfefferkuchenmarkt in die PFEFFERKUCHENSTADT PULSNITZ (Sachsen/ Oberlausitz/ Landkreisreis Bautzen). Pulsnitz ist mit seinen Pfefferkuchen in ganz Sachsen und Deutschland bekannt. Am 1. Januar 1558 erhielten die Pulsnitzer Bäcker erstmals das Recht, auch Pfefferkuchen zu backen. In Pulsnitz werden somit seit mehr als 450 Jahren Pfeffer- kuchen hergestellt – nach überlieferten Rezepten, mit Sorgfalt und einem ausgeprägten Sinn für Qualität. Acht PFEFFERKÜCHLEREIEN und eine Lebkuchenfabrik führen das Erbe bis heute fort.
Die Kleinstadt zählt etwa 7.500 Einwohner. Der bundesweit einzigartige Pfefferkuchenmarkt zieht seit mehr als zwanzig Jahren an den dreitägigen Markttagen zehntausende Besucher:innen aus nah und fern an. Wer Menschenmassen nicht mag, sollte dieses Markt-Wochenende meiden. Und man muss sich für (fast) alles in langen Schlangen anstellen.
In der gesamten Altstadt waren Stände mit − Achtung ›sächsisch‹ − Gunstgewerbe und Spezialitäten aufgebaut (08.11.). Beispielsweise mit FETTBEMMCHEN. Am Marktplatz waren alle neun örtlichen Pfefferküchlereien vertreten. Davor Schlangen. Ich reihte mich in der kürzeste ein (»Keine Kartenzahlung möglich«). Walnuss-Pfefferkuchen, Haselnuss-Pfefferkuchen, Gewürzpfefferkuchen, ungefüllte rechteckige Pfefferkuchen mit Zartbitter-Schokolade überzogen und mit Mandeln belegt, Lebkuchenmänner. Lecker, lecker, lecker. Aber auch vor den Stammhäusern der Pfefferküchlereien: lange Schlangen. Vieles steht im Zeichen des Pfefferkuchens: Pfefferkuchenbier, Pfefferkuchensenf, Pfefferkuchen-Klopse, Pfefferkuchen-Leberwurst und PFEFFERKUCHEN-BRATWURST (Bild). Die Eingeborenen sind sehr freundlich und hilfsbereit, nu. Sehr gut beraten wurde ich in der Metzgerei Dürrröhrsdorfer. Interessant war der Besuch des Pfefferkuchen-Museums.
Und hier ein Hinweis für Leute mit Schlangenphobie: die Pfefferkuchen werden das ganze Jahr über in den Ladenlokalen verkauft.
Kursächsische Postdistanzsäule aus dem Jahr 1731 vor dem Schützenhaus, Nachbildung. Die spätgotische St.-Nikolai-Kirche mit der Pfützner-Orgel. Turmbesteigung. Wegen der Schlange war ich nicht im Kirchenschiff. Bildhauer Ernst Rietschel (1804−1861). Bekannt ist er durch von ihm geschaffenen Skulpturen wie das Goethe-Schiller-Denkmal in Weimar oder das Lessing-Denkmal in Braunschweig. Pulsnitz hat seit diesem Jahr ein offizielles Maskottchen: das PFEFFERLE.