Die Ostermärsche finden in diesem Jahr in der Zeit vom 2.−6. April 2026 statt. Unter dem Slogan »Kriege verweigern − Frieden schaffen!« wird mobilisiert. Die ersten Ostermärsche in der Bundesrepublik Deutschland begannen 1960.
Krieg in Nahost. Donald Trump will einfach nur Spaß: »Wir schlagen vielleicht noch ein paar Mal zu, einfach zum Spaß« (Quelle: Tagesspiegel, 16.03.). Um in der Folge weitere ›Kriegsgründe‹ nachzulegen: »Um ehrlich zu sein, am liebsten würde ich mir das Öl im Iran nehmen« (Quelle: ntv, 30.03.); »Wir werden sie in die Steinzeit zurückversetzen − dorthin, wo sie hingehören«, sagte Trump während seiner Rede an die Nation (Quelle: NDR, 02.04.). Und in Trumps privatem ›Schurkenrat‹ klopfen sich die bösen alten Männer aus Freude auf die Schenkel.
Die bösen alten Männer ›spielen‹ skrupellos die Kriegskarte: Putin (Ukraine, seit 2014/ 2022), die iranischen Ayatollahs (Nahost, seit Jahrzehnten, aber hinterhältig 2024). Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping bereitet einen Krieg in der Straße von Taiwan vor.
»Wir leben im Frieden, in einem unfertigen, notdürftigen, immer gefährdeten Frieden. Die Kräfte bedenkend, die ihm entgegenstehen, […] möchte ich das, womit wir dem Frieden heute dienen können, mit wenigen Worten sagen: Widerstand, Widerstand gegen die, die den Frieden bedrohen mit ihrem Machtverlangen, mit ihrer Selbstsucht, mit ihren rücksichtslosen Interessen«. (Siegfried Lenz, Dankesrede zur Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels, 1988).
Für viele reduziert sich der Nahostkrieg auf die Spritpreise.
Die BRASILIANISCHE MUSIK zeichnet sich durch eine große Vielfalt aus. Sie ist durch die Verbindung traditioneller und moderner Elemente geprägt. Daneben hat auch die Größe des Landes für eine Entstehung unterschiedlicher Regionalstile gesorgt. Im brasilianischen Verständnis werden die música erudita (›gelehrte Musik‹), die alle Formen der Kunstmusik umfasst, und die música popular unterschieden.
Ein Großteil der brasilianischen Bevölkerung sind Nachfahren der afrikanischen Sklaven, die vom 16. bis ins 19. Jahrhundert als Arbeitskräfte auf den südamerikanischen Kontinent verschleppt und ausgebeutet wurden. Diese stammten aus den portugiesischen Kolonien Angola und Mosambik. Heute leben in Brasilien die meisten Einwohner afrikanischer Herkunft außerhalb Afrikas.
Die Musik und die Musikinstrumente Brasiliens sind vorwiegend durch die kolonialen portugiesischen Eroberer, durch die Afrikaner, ab dem 19. Jahrhundert aber auch durch europäische Einwanderer geprägt. Entsprechend dem geringeren Anteil der indigenen Bevölkerung hat die Musik der Ureinwohner eher regionalen Einfluss auf die brasilianische música popular. Im beständigen Dialog zwischen der europäischen Kunstmusik-Tradition und Elementen der brasilianischen Volksmusik und Folklore entstand eine genuin brasilianische Musikkultur.
Die acht Konzerte der bemerkenswerten Reihe »Brasil em Concerto – Brasilianische Klänge« zeigen den Reichtum an musikalischen Sprachen und Empfindungswelten sowie Merkmale, welche die brasilianische Konzertmusik seit dem 19. Jahrhunderts geprägt haben: die Romantik, der Modernismus von Heitor Villa-Lobos, die Música Viva von Cláudio Santoro, der Nacionalismo sowie zeitgenössische Konzertmusik aus Brasilien. Zurzeit zu hören in der brasilianischen Botschaft in Berlin (von November 2025 bis Juni 2026). Vielfalt als bereichernde verbindende Einheit.
Das fünfte Konzert der Reihe, »Nacionalismo I«, lud zu einer Reise durch die brasilianische Musik des 20. Jahrhunderts ein (23.03.). Der »Nacionalismo« ist ausdrücklich nicht chauvinistisch zu verstehen. Im »Nacionalismo« sind Gesang, Klavier und Dichtung in einem regen Dialog zwischen populären Traditionen und Moderne miteinander verflochten. Die vorgestellten Werke schlagen Brücken zwischen der Konzertmusik, ihren volksmusikalischen Wurzeln und den afrobrasilianischen Religionen (Macumba). Auf dem Programm standen repräsentative Werke des musikalischen ›Nationalismus‘‹ Brasiliens, mit besonderem Augenmerk auf Oscar Lorenzo Fernández (1897–1948), Francisco Mignone (1897–1986) und Eunice Katunda (1915–1990).
Es glänzten die brasilianische Sopranistin CARLA COTTINI und der Pianist und Musikwissenschaftler RICARDO BALLESTERO aus São Paulo. Als Zugabe des gefeierten Auftritts gab es die
MONDNACHT Es war, als hätt‘ der Himmel, Die Erde still geküßt, Daß sie im Blütenschimmer Von ihm nun träumen müßt.
Die Luft ging durch die Felder, Die Ähren wogten sacht, Es rauschten leis‘ die Wälder, So sternklar war die Nacht.
Und meine Seele spannte Weit ihre Flügel aus, Flog durch die stillen Lande Als flöge sie nach Haus
ROBERT SCHUMANN, Liederkreis, 12 Lieder, op 39, 1840. #5: Mondnacht. Vertonung aus Joseph von Eichendorffs Sammlung »VI. Geistliche Gedichte«.
Auf dem Heimweg war am Himmel über Berlin der zunehmende Sichelmond zu sehen. Der Vollmond im März wird traditionell »WURM-MOND« genannt (03.03., siehe oben). Die Böden tauen auf, und die Regenwürmer kommen wieder an die Oberfläche. Der Frühling beginnt und die Natur erwacht. Janz beschwingt!
Fahrt mit dem Deutschlandticket sowie dem RE2 (oder RE7) und dem Bus 38 via Vetschau nach BURG in den Spreewald (13.03.). Weiterfahrt mit dem Bus 500 nach Lübben.
Die Gemeinde BURG (Bórkowy) liegt im östlichen Teil des Spreewaldes. Der Ort ist 35 Quadratkilometer groß. Die Dreiseithöfe liegen oft mehrere hundert Meter auseinander.
Andenken und Kunsthandwerk aus dem gut sortierten Laden »KLEINOD im Spreewald«. Eine PLINSE/ ein Blinsen (sorbisch plinc oder dialektal blinc; russisch Bliny) ist ein runder Eierkuchen. In der Lausitz wird bei der Herstellung Quark oder Buttermilch verwendet.Futtern … … oder Füttern?
Fahrt mit dem Deutschlandticket sowie dem RE2 (oder RE7) und dem Bus 500 via Lübben nach STRAUPITZ in den Spreewald (10.03.). Rückfahrt ab Lübben mit dem RE20.
Die LAUSITZ ist die Heimat der WENDEN und SORBEN. Die in der Lausitz ansässigen Wenden und Sorben sind als nationale Minderheit anerkannt. Im Norden wird Niedersorbisch (NIEDERLAUSITZ/ Wendisch, dem Polnischen ähnlich) gesprochen, im Süden (OBERLAUSITZ/ Obersorbisch, dem Tschechischem ähnlich). Die Beschilderung ist zweisprachig. Der Spreewald (nieder- sorbisch Błota, »die Sümpfe«) gehört zu den eigentümlichsten Landschaften in Deutschland. Wie kein anderer Fluss teilt sich die Spree mit einem Mal in hunderte Fließe, Gräben und Kanäle und bildet so ein Wasserlabyrinth. Der Spreewald erstreckt sich auf einer Fläche von knapp 500 Quadratkilometern. Durch die Stilllegung des Braunkohle-Tagebaus werden sukzessive die Pumpen abgestellt. Die Fließe könnten dann Trockenfallen.
Bekannt ist der Spreewald durch den Gurken-, Meerrettich-, Leinsamenanbau und das Leinöl.
Ringelnattern haben die Spreewälder einst vor Hochwasser gewarnt, als sie sich bei Gefahr auf den höher gelegenen so genannten Kaupen sammelten. Zwei gekreuzte Schlangenköpfe am Dachgiebel der Spreewaldhäuser sollen den Bewohnern Glück bringen.
STRAUPITZ (Tšupc) bietet viele Sehenswürdigkeiten: den Kornspeicher; das Spreewaldbahnmuseum; die ›Schinkelkirche‹; das Schloss sowie eine Holländerwindmühle, die letzte produzierende Dreifach-Windmühle Europas mit Mahl-, Öl- und Sägemühle.
Die Spreewaldbahn (niedersorbisch Błośańska zeleznica) war eine meterspurige Schmalspurbahn mit Betriebsmittelpunkt in Straupitz. Die Spreewaldbahn verkehrte ab 1898 zwischen Lübben (Lubin) und Cottbus (Chóśebuz). Während ihrer größten Ausdehnung – von 1904 bis 1929 – erreichte das Streckennetz eine Gesamtlänge von 85 Kilometern. Die Spreewaldbahn wurde 1967−1970 stillgelegt und die Gleisanlagen zurückgebaut. Sechs Bahnhöfe blieben erhalten und laden heute zum Verweilen ein.
Der LEIN, auch Flachs genannt, ist eine traditionsreiche Kulturpflanze. Aus der Pflanze Lein wird der Leinsamen gewonnen, aus dem wiederum Leinöl hergestellt wird. Leinöl zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren aus, die in der Ernährung eine wichtige Rolle spielen. Als essenziell werden die Fettsäuren bezeichnet, die für uns lebensnotwendig sind. Diese kann unser Körper aber nicht selbst herstellen, weshalb wir sie über die Nahrung zu uns nehmen müssen. Leinöl ist bekannt für seine positiven Eigenschaften in der Ernährung. Es ist reich an Omega-3-Fettsäuren und Vitamin E, was es zu einem wertvollen Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung macht.
Der Verzehr von Leinsamen ist für Erwachsene unbedenklich, wenn täglich nicht mehr als 20 Gramm (zirka 2 Esslöffel) gegessen werden. Für rohe Leinsamen gilt eine Grenze von 15 Gramm pro Mahlzeit; bei höherem Konsum oder Kindern ist Vorsicht geboten. (Quelle: Bundesamt für Risikobewertung).
Wichtig ist außerdem, dass Leinsamen Arzneimittel binden und deren Wirkung beeinträchtigen können. Daher sollte zwischen dem Verzehr von Leinsamen und der Einnahme von Medikamenten mindestens eine Stunde Abstand liegen.
Bonjour Berlin. »Im Merzen der Bauer die Rösslein anspannt.« Vor dem Tütenbauen kommt die Aussaat. Das haben sich auch die Marketing-Fuzzis eines Discounters gedacht. Tütchen für die gute Laune. Ob sich diese Frühlingskollektion mit dem Bundes- kleingartengesetz (BKleinG) verträgt? Egal! Innerhalb kürzester Zeit waren die Samen ausverkauft. Bonjour Frühling.
Fahrt mit dem Deutschlandticket sowie dem RE3 und RB60 via Eberswalde zu den Schiffshebewerken nach Niederfinow ins Barnimer Land (06.03.). Rückfahrt mit dem Bus 916 nach Eberswalde.
Per Schiff von Stettin nach Berlin Mit den beiden Schiffshebewerken stehen zwei Ikonen der deutschen Ingenieurskunst aus zwei Jahrhunderten dicht beieinander. Schiffe über eine Distanz von 36 Metern zu heben war eine ganz neue technische Herausforderung. Fast 90 Jahre lang versah das alte Schiffshebewerk zuverlässig seinen Dienst. Im Oktober 2022 ging das neue Hebewerk – ebenfalls als ein Senkrecht-Hebewerk – in Betrieb. Trotz seiner gewaltigen Ausmaße passt sich das 133 Meter lange und fast 55 Meter hohe Bauwerk gut in die umgebende Landschaft ein. Wie das alte grenzt auch das neue Hebewerk an einen Unterhafen und ist über eine Kanalbrücke mit dem Oberhafen verbunden. Schiffe fahren nach Öffnung der Tore in die Trogwanne ein. Der Trog bietet Platz für Motorschiffe mit einer Länge von bis zu 113, einer Breite von bis zu 11,45 und einem Tiefgang von bis zu 2,80 Metern. Grundsätzlich hat sich seit 1934 am Vorgang des Hebens nichts geändert. Für die Hebung bedarf es dank des Gegengewichtsprinzips nur geringe Mengen elektrischer Energie. Der Hebevorgang dauert jetzt etwa 15 MIN.
Wegen des Eisgangs auf der Oder im Februar war der Schiffsverkehr noch eingestellt. Die Saison für die Ausflugsschiffe startet erst zu Ostern. Die Zeit wird für Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten genutzt.
Vom Bahnhof aus begab ich mich zu Fuß auf den 2,4 Kilometer langen Weg. Mit der im Jahre 1912 fertiggestellten Schleusentreppe (in der Grafik mittig; Blick Richtung Süden), bestehend aus vier hinter- einander liegenden Schleusenkammern, dauerte der Hebevorgang eines Schiffes zwei Stunden. Das bedeutete in der damaligen Zeit einen neuen Weltrekord. Die Schleusentreppe wurde 1972 wegen baulicher Mängel stillgelegt. Für den Neubau des 2. Hebewerks mussten Teile der alten Schleusentreppe weichen. Die Natur hat sich inzwischen Teile des Geländes zurückgeholt, sodass die vorhandenen baulichen Reste der Schleusenkammern hinter Bäumen und Sträuchern verschwunden sind. Sie sollen aber für die Nachwelt erhalten und erlebbar gemacht werden.Die Kanalbrücken führen in den Oder-Havel-Kanal in Richtung Eberswalde. Die Besucherplattform befindet sich auf einer Höhe von 46 Metern (11. OG). Der Blick vom neuen Schiffshebewerk auf das Niederoderbruch reicht bis nach Polen.Das alte Maschinenhaus wird nicht mehr in dieser Funktion benötigt. Es wurde versetzt und originalgetreu wieder aufgebaut; jedoch mit einem Anbau versehen.
Bedrohliche Zeiten für Frauenrechte. Weltweit haben konservativ-völkische und religiöse Gruppen Frauen ins Visier genommen. Die Bandbreite reicht dabei von der vulgären Frauenfeindlichkeit eines Donald Trump bis hin zu täglichen Bedrohungen in »Social Media«.
Die »Make America Great Again«-Bewegung MAGA ist nicht nur ein Slogan, es ist eine Weltanschauung. In den USA haben außer Präsident Donald Trump noch viele andere Macht und Einfluss: Konservative Thinktanks (Heritage Foundation/ »Project 2025«), evangelikale Christen (der »Christliche Krieger« Kriegsminister Pete Hegseth und Doug Wilson, senior pastor der Christ Church in Idaho) sowie natürlich Milliardäre (Peter Thiel, Mitgründer von Palantir Software). Trumps Gotteskrieger kämpfen für den Gottesstaat: Evangelikale Christen bilden in den USA eine mächtige Lobby, die große Mehrheit von ihnen wählt republikanisch. Evangelikale Bewegungen wollen die USA zu einer christlich-fundamentalistischen Autokratie machen. Ihr Einfluss reicht bis ins Weiße Haus. Für die Gotteskrieger basieren alle gesellschaftlichen ›Fehlentwicklungen‹ auf dem Frauenwahlrecht. Das Wahlrecht soll nur noch vom männlichen ›Haushaltsvorstand‹ (husband and father) ausgeübt werden dürfen.
Auch Deutschland ist patriarchal geprägt: Frauen verantworten Haus und Heim, Männer sehen sich selbst als Ernährer. Bereits erkämpfte Errungenschaften befinden sich zunehmend im Rückwärtsgang. Frauen sollen in die »vier K« eingehegt werden: Kirche, Küche, Kinder, Konsum. Zu viele Frauen müssen auch im Jahr 2026 immer noch mit geschlechtsspezifischer Gewalt, Arbeit im Niedriglohnsektor, unbezahlter Care-Arbeit und mangelnder Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen leben. Daran, dass geschlechtsspezifische Gewalt hauptsächlich Frauen betrifft, hat sich nichts geändert. In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Opfer häuslicher Gewalt um fast 18 Prozent angestiegen. 328 Frauen wurden 2024 von ihren Partnern oder Ex- Partnern getötet – das macht fast einen Fall pro Tag. Nimmt man die versuchten Morde hinzu, waren 829 Frauen betroffen. Und die Dunkelziffer ist hoch.
Eine Studie des »Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen (EIGE)« aus dem Jahr 2021 schätzt die Kosten geschlechtsspezifischer Gewalt in der EU auf 366 Milliarden Euro pro Jahr. In Deutschland belaufen sich die gesellschaftlichen Folgekosten von partnerschaftlicher und sexualisierter Gewalt gegen Frauen demnach auf etwa 54 Milliarden Euro pro Jahr. Das sind umgerechnet 148 Millionen Euro pro Tag. In dieser Rechnung werden unter anderem Kosten im Gesundheitssystem, bei Polizei und Justiz eingerechnet. Zudem wird der Arbeitsausfall von geschlechtsspezifischer Gewalt Betroffener berücksichtigt (Quelle: Tagesspiegel).
SELBSTERMÄCHTIGUNG »Enough!« − mit anderen Worten: »Genug!« oder auch »Es reicht!« Es ist ein Aufschrei, versehen mit einem Ausrufezeichen und als Protest gemeint. Ein Protest gegen bestehende Zustände. Da der Weltfrauentag in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, rufen mehrere feministische Organisationen weltweit schon einmal dazu auf, am 9. März die Erwerbs- und Sorgearbeit niederzulegen. Inmitten der Metropole, am Brandenburger Tor, ist die größte Aktion geplant. Von 12:00 bis 18:00 Uhr wollen sich dort Frauen versammeln, »sitzen, liegen, tanzen, schreien und picknicken«. An der Akademie der Künste (und an der amerikanischen Botschaft) am Rande des Pariser Platzes und am ›Platz des 18. März‹.
Am heutigen Weltfrauentag sind feministische Führungen in Museen geplant, damit immer mehr Künstlerinnen dem Vergessen entrissen werden. Museen müssen für mehr Gerechtigkeit in ihren Sammlungen sorgen und Lücken schließen: Auch wird der Frauentag im Kinosaal begangen. Der FRAUENMÄRZ befördert SELBSTERMÄCHTIGUNG.
Seit zehn Jahren findet im Kreuzberger ›Gretchen‹ am Vorabend des feministischen Kampftages das Festival »Jenseits von Nelken und Pralinen« statt.
Das Museum Pankow zeigt die kleine, bezaubernde Sonderausstellung »Musica di strada: Italiener*innen in Prenzlauer Berg – Handel, Handwerk und Musik« (22.02.).
Die Ausstellung verbindet Siedlungs- und Migrationsgeschichte mit der Geschichte des Stadtteils Prenzlauer Berg. Ihr Highlight sind die zahlreichen mechanischen Instrumente, die zumeist zur Sammlung des Stadtmuseums gehören. Die sehenswerte Ausstellung bietet Einblick in die Orgelwerkstätten und zeigt auf, wie komplex der Bau eines mechanischen Instrumentes ist.
Zwischen 1861 und dem Ersten Weltkrieg verließen rund 14 Millionen Menschen das Königreich Italien − viele zu Fuß, auf einem beschwerlichen Weg über die Alpen. Auch Berlin wurde zu einem Ziel dieser Migrationsbewegung. Besonders rund um die Schönhauser Allee ließen sich viele Neuankömmlinge nieder. Kaufleute, Kunsthandwerker & Gastwirte: Die Italiener verdienten ihren Lebensunterhalt als Schausteller, verlegten angesagte Terrazzoböden in den Gründerzeitbauten und eröffneten die ersten italienischen Gaststätten und Eisdielen.
Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts brachte für Italien und Deutschland große Umwälzungen, wobei beide Länder ähnliche Entwicklungen nahmen: Giuseppe Garibaldi (1807−1882) und Friedrich Hecker (1811−1881) kämpften in der Revolution. In der Folge entstand im Jahr 1861 mit dem Königreich Italien (Il Risorgimento, »Die Wiederauferstehung«) der erste italienische Nationalstaat; das Deutsche Reich wurde 1871 gegründet und vereinte die vielen Kleinstaaten. Der Gotthardtunnel (italienisch: Galleria del San Gottardo) nahm am 1. Juni 1882 den Verkehr durch die Alpen auf. Der Tunnel- und Eisenbahnbau und die Industrialisierung benötigten Fachkräfte.
Mit ihren besonderen Handwerkskünsten und Berufen prägten Italiener den Ortsteil über Jahrzehnte. Weltbekannt wurden die Firmen Cocchi, Bacigalupo und Graffigna. Zu den bekannten Orgelbauern gehörte Giovanni Battista Bacigalupo. Er kam 1873 nach Berlin und gründete dort eine Fabrik für mechanische Musikinstrumente. Bacigalupos Musikautomaten wurden weltberühmt und verkauften sich bis nach Amerika und Russland. Es entstanden Drehorgeln und Orchestrien. Schmuckstück der Ausstellung ist das um 1900 in Berlin gebaute Orchestrion »Fratihymnia«, ein Orchester im Schrankformat.
Belegschaft der Firmen Cocchi, Bacigalupo & Graffigna (1891−1903), Schönhauser Allee 78, zirka 1900. »Schreihahn«, Blechspielzeugklassiker. Der laute ›Schrei des Hahns‹ entsteht durch eine Schwingungsanregung der Luft in der Tröte. Fischietto giocattolo, un cosiddetto Gallo urlante, latta, intorno al 1920. Originale Gebührenmarken dokumentieren den Verleih.
Drehorgeln boten den Kriegsversehrten eine Möglichkeit im Alltag zu überleben. Die Drehorgeln gehörten selten den Drehorgel- spielern. Vielmehr liehen sich meistens Männer die Instrumente gegen eine Gebühr bei den italienischen Drehorgelbauern aus, die sich hier niedergelassen hatten. Drehorgelspieler zogen durch Straßen und Hinterhöfe, spielten Gassenhauer und bekamen als Dank, einige Pfennige zu geworfen. In einer Zeit, bevor Grammophon und Radio Musik für alle zugänglich machten, boten sie eine gern gehörte Abwechselung im Alltag. Es mussten bekannte Lieder sein. Als 3.500 Drehorgelspieler in Großberlin unterwegs waren, zog die Berliner Stadtregierung 1920 die Notbremse und beschloss eine Begrenzung.
Der Vorspann des Spielfilms »Berlin Alexanderplatz« von 1931 zeigt in einer Szene Mieze (Margarete Levy-Schlegel), die mit einem Blinden auf Berliner Hinterhöfen singt.
MUSEUM PANKOW, Tram M2 ›Knaakstraße‹: (Eintritt frei. Eingang Anbau, bis 21.06.). Alt, schön, laut: Jeden Sonntag um 11:00 Uhr findet eine anderthalbstündige Ein- und Vorführung statt. Unbedingt hingehen. Ein dickes Lob an die Kuratoren.
Eine Ausstellung mit neuen Gemälden und Zeichnungen von MICHAEL TRIEGEL (*1968 in Erfurt), »Ausstellung Michael Triegel«, ist in Berlin zu sehen (GALERIE SCHWIND, bis 31.03.). Der deutsche Maler, Zeichner und Grafiker lebt und arbeitet in Leipzig.
Michael Triegel verweigert sich mit seinem an die alten Meister der Frührenaissance und des Manierismus angelegten Stil dem Kunstverständnis der Moderne, und nimmt auf dem Markt eine Sonderstellung ein. Mit der Ausführung des Wandbildes im historischen Rathaus Plochingen (Baden-Württemberg) im Jahre 2000 wurde auch eine breite Öffentlichkeit auf Michael Triegel aufmerksam. Der Künstler hat inzwischen ein vielfältiges Werk für katholische und evangelische Kirchengemeinden geschaffen. Außer religiösen Szenen umfasst das mitunter kontrovers diskutierte Oeuvre Landschaftsbilder, Stillleben und Porträts. Besonders bekannt ist der Künstler seit 2010 für sein Porträt von »Papst Benedikt XVI.« (der »Papstmaler«), Und durch den neuen dreiflügeligen Marienaltar im »Weltkulturerbe Naumburger Dom« (2022).
Fünfhundert Jahre nach seiner Zerstörung ergänzte Triegel in Naumburg den 1519 geschaffenen und teilweise zerstörten Altar Lucas Cranachs d. Ä. mit einem neuen modernen Mittelteil. Die originalen Seitenflügel Cranachs sind erhalten. Die UNESCO intervenierte nach der Fertigstellung, obwohl sie den Malprozess eng begleitet hatte. Der neue Altar beinträchtige die Sichtachsen auf die berühmten hochmittelalterlichen Stifterfiguren wie REGILINDIS, der Tochter des polnischen Königs Boleslaw Chrobry, und Uta von Ballenstedt (»von Naumburg«). Die UNESCO droht dem Dom mit dem Entzug des Titels »Weltkulturerbe«. Seitdem befindet sich der Altar auf Wanderschaft.
Aktuell steht das Werk im Vatikan, fern seines Bestimmungsorts. Das Exil soll Zeit schaffen, um über die strittige Frage eines Standortwechsels innerhalb des Doms und damit seine Rückkehr nach Naumburg zu entscheiden.
Michael Triegel im Selbstporträt als Hiob (80x 60 cm, Ausschnitt). Aus dem aktuellen Ausstellungskatalog »Michael Triegel. Vom Sichtbaren zum Unsichtbaren«, Hirmer Verlag. Alte Maltechnik, gepaart mit verunsichernder Modernität. Triegel ist bekannt dafür, im Stil von Lucas Cranach zu malen. Die Figuren selbst hingegen porträtieren Menschen von heute: Maria trägt die Züge von Triegels 16-jähriger Tochter Elisabeth; die Heilige Anna gleicht seiner Ehefrau Christine. Ein inzwischen verstorbener Obdachloser mit rotem Basecap ist als Apostel dargestellt. Aus dem aktuellen Ausstellungskatalog »Michael Triegel. Vom Sichtbaren zum Unsichtbaren«, Hirmer Verlag.
Im Februar 2026 lädt der TIERPARK Berlin (Bezirk Lichtenberg/ U5) alle Personen ab 65 Jahren zu einem kostenfreien Besuch ein: »Oma und Opa gehen auf uns!« (20.02.). Der ›größte Tierpark Europas‹ bietet in seiner weitläufigen Parklandschaft ideale Bedingungen für einen spannenden Winterspaziergang. Der Winter gilt als die ruhigste Jahreszeit im Tierpark Berlin. Dabei zeigen sich einige Tiere auch im Winter aktiv. Während kältetolerante Arten ganzjährig draußen beobachtet werden können, leben die wärmeliebenden Tierpark-Bewohner beispielsweise im Regenwaldhaus.
Dank Professor Heinrich Dathe (1910−1991) wurde das frühklassizistische Schloss ein ›gewichtiges Wahrzeichen‹ des 1955 neu eröffneten Tierparks in Friedrichsfelde. Im Zentrum des kurbrandenburgischen Schiffbaus stand der niederländische Reeder und Kaufmann BENJAMIN RAULE (1634−1707). Der ›Große Kurfürst‹ Friedrich Wilhelm I. übereignete seinem ersten Admiral der »Kurbrandenburgischen Marine« 1682 einen ungenutzten Gutshof mit Gartenland im damaligen Dorf Rosenfelde. Raule war durch Seehandel, Kaperung und Sklavenhandel zu großem Reichtum gelangt. Er ließ sich 1685 auf dem Gelände ein Lustschloss mit einer Parkanlage im holländischen Stil errichten. Nachdem Raule nach Intrigen in Ungnade gefallen war, benannte der neue Kurfürst Friedrich III./ I. das Schloss 1699 in Friedrichsfelde um.
Rollatoren statt Kinderwagen auf allen Wegen. Malaiische Mokassin-Grubenotter im Regenwaldhaus. Die Königskobra aber war dann mal weg. Tiere der Savanne: Grévy-Zebras erkennt man an den auffälligen Ohren. Arabische Streifenhyäne.