MOKKE

Im Osten was Neues. Nach vielen Jahren des Leerstandes hat die geschichtsträchtige Ostberliner »Mokka-Milch-Eisbar« neben dem Kino »International« wieder eröffnet (27.05.). Als Teil des Pavillon-Ensembles in dem sogenannten zweiten Bauabschnitt der Karl-Marx-Allee 1962 erbaut, war das Lokal ein beliebter Treffpunkt in Ost-Berlin. In der ganzen DDR entstanden in den 1960er-Jahren Milchbars. Noch in Betrieb ist die 2018 sanierte »Milchbar Pinguin« an der Leipziger Katharinenstraße 4.


Die »Mokka-Milch-und-Eis-Bar« wurde von Walter Franek als einer von fünf analogen Pavillons entworfen.
Die sechs Pavillons der Karl-Marx-Allee:
1. Pavillon, ehemals Blumenhaus »Interflor« und Modesalon »Madeleine«;
2. Pavillon, ehemals Café-Restaurant »Moskau«;
3. Pavillon, ehemals Kosmetiksalon »Babette«;
4. Pavillon, ehemals Schuhhaus »Zentrum«;
5. Pavillon, ehemals »Mokka, Milch und Eisbar«;  
6. Pavillon, ehemals Verkaufspavillon »Kunst im Heim«.

Nach fast 30 Jahren wurde die Einrichtung in der Wendezeit geschlossen. Ab 1993 erfuhr das Gebäude bis zur endgültigen Schließung 2019 weitere Nutzungen. 

Thomas Natschinski (*1947) und seine Band widmeten dem Lokal an der Karl-Marx-Allee 35 mit »In der Mokka-Milch-Eisbar« 1969 ein eigenes Lied, das in der DDR zu einem Kultschlager mutierte: »In der Mokka-Milch-Eisbar hat sie mich geseh’n, in der Mokka-Milch-Eisbar, da ist es gescheh’n. Als sie bei einem Honig-Flip saß und mich mit großen Augen maß, ihr Lächeln schwebt her, wenn
die Neugier nicht wär«, sang Thomas Natschinski, der selbst »bei einem Türkischen saß und irgendwie das Trinken vergaß«, um schlussendlich mit der Angebeteten vor ihrer Haustür zu landen. TäTäRä.

Nur wenige Tage nach der gefeierten Eröffnung des einstigen Berliner Kult-Lokals »Mokka-Milch-Eisbar« musste die neue Bar mit dem Namen »MOKKA MILCH« wieder schließen. Als Grund nannten die Betreiber, das Ehepaar Natacha und Alexander Neumann, unter anderem technische Probleme. Der Strom sei ausgefallen, dann sei die Kaffeemaschine kaputtgegangen.

Am 12. Juni ist nun der zweite Start geplant. Dann liefere ich auch die Fotos vom ›Innenleben‹ nach. U-Bahnhof ›Schillingstraße‹ (U5).

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