Ständige Begleiter bei einem Bummel durch die Kurbäder sind praktische ›beschnabelte‹ Sprudelbecher aus Porzellan. Jeder darf dort aus den zahlreichen heilenden Mineralquellen trinken. Der geschwungene Henkel der Kurbecher dient dabei als Trinkhalm. Den Quellwassern wird eine heilende Wirkung nachgesagt und sie werden bei speziellen Trinkkuren verschrieben. Die Schnabeltasse ist vermutlich eine böhmische Erfindung und an jedem Souvenirstand erhältlich. Im Karlsbader Trinkbecher-Museum sind mehr als 4.000 historische Karlsbader Schnabeltassen ausgestellt. Die Tassen stammen aus den Jahren 1760−1970.
Das Hotel »Krakonoš« liegt auf 720 Meter Höhe über NN, während das Zentrum Marienbads auf einer Höhe von 630 Metern über NN liegt. Eine Kabinenseilbahn verbindet das Zentrum mit dem Hotel und den »Park Boheminium«.
Das Oberleitungsbus-System In Marienbad ging am 27.04.1952 in Betrieb und ersetzte damals die 1902 eröffnete Straßenbahn. Es verkehren dort auf vier der 7 Stadtbuslinien elektrische Oberleitungsbusse (Linien 3, 5, 6, 7). Mit acht Škoda-Bussen betreibt das örtliche Verkehrsunternehmen Městská doprava Mariánské Lázně s.r.o., abgekürzt MDML, heute das kleinste tschechische Oberleitungsbus-Netz.
Ins Zentrum von Karlsbad dürfen keine Reisebusse einfahren. Sie werden auf zwei Parkplätze jeweils am Ortsanfang/ -ende geleitet. Von dort nutzen die Touristen Shuttle-Busse.
Die historische Brauerei Chodovar stammt aus Chodová Planá. Als guter Geist der Brauerei gilt das legendäre weiße Hündchen Albi. Albi soll die Quelle für das Brauwasser ›erschnüffelt‹ haben. In Loket stellt die Brauerei St. Florian Rauchbier her. Bei BEER SPA kann man buchstäblich in Bier eintauchen; aber auch innerlich sorgt Bier während der ›entspannenden Behandlung‹ für Genuss.
Die böhmischen Knödel kommen in vielerlei Varianten auf den Tisch: Serviettenknödel, Kartoffelklöße, Semmelklöße. Die knedlíky sind länglich geformt und werden nach dem Garen in Scheiben geschnitten.
Das Karlsbader Mineralwasser wird von der Firma Mattoni abgefüllt und vertrieben. Der aus Karlsbad stammende Heinrich Mattoni gründete die Gesellschaft im Jahre 1873.
Jeder der Kurorte produziert einen Likör aus Heilkräutern. Der älteste und bekannteste stammt aus Karlsbad. Der BECHEROVKA gilt als die »13. Heilquelle« Karlsbads. Im Reisepreis war eine Verköstigung im »Becherovka Visitor Center« im ehemaligen Stammhaus enthalten. Dort pries man den Becherovka als schrecklich gesund an. Und empfahl eine tägliche orale Einnahme wenigstens morgens und abends. Die 38 Prozent Alkohol sollen die Leber ›umschmeicheln‹. Als neueste Kreation enthält der »KV14« 40 Prozent Alkohol und 40 Prozent Zucker. Deshalb heißt das Getränk auch »Der Diabetiker«. So viel Gesundheit. Na zdraví!
An den hauchdünnen OBLADEN führt in den Kurorten kein Weg vorbei. Obladen wurden wohl erstmals im Kloster Teplá hergestellt. Die Kolonáda-Kuroblaten aus Marienbad sind die Ältesten. Im Ladengeschäft gibt es auch ein kleines Cafe. Dort genoss ich für 120 Kronen (etwa fünf Euro) zwei Espresso und zwei Schokoladen-Obladen.
»FREIRAUM KUNST. Akademie der Künste goes Bellevue«. Die Akademie der Künste bespielt zwei Wochen lang mit einer Pop-Up-Galerie das Schloss Bellevue. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier stellt seinen bereits zur Sanierung leergeräumten Amtssitz den Künsten zur Verfügung. Das Gebäude selbst wird dabei zum eigentlichen Exponat. In seinem geräumten Zustand tritt es als historischer und politischer Raum in Erscheinung. Die künstlerischen Arbeiten werden bewusst in ein spannungsvolles Verhältnis zu dem Ort gesetzt. Der Eintritt ist frei. Aber personifizierte Zeitfenster müssen/ können nur online über die Site der Akademie (AdK) gebucht werden; Restkontigente (13.−28.06.).
Die Berliner PARKEISENBAHN beging ihr 70. Bestehen (06. & 07.06.). Die ehemaligen Pioniereisenbahnen der DDR waren Bahnen, die von Pionieren und Angehörigen der FDJ unter Aufsicht von Mitarbeitern der Deutschen Reichsbahn (DR) betrieben wurden. Bei diesen Bahnen handelt es sich um Schmalspurbahnen mit einer Spurweite von 381 bis 600 Millimeter. Ziel der Pioniereisenbahnen war die Heranführung von Jugendlichen an eine spätere Berufswahl bei der Bahn. Die längste Pioniereisenbahn war damals mit 6,9 Kilometer die Berliner Pionierbahn (PE) in Oberschöneweide. Entsprechend ausgebildet durften Kinder und Heranwachsende als Zugschaffner, Wagenmeister, Schrankenwärter; Ältere sogar als Fahrdienstleiter (ab 15 Jahre) oder Lokführer (ab 18 Jahre) wirken. Die Dienstkleidung war die gleiche wie bei der Deutschen Reichsbahn. Lediglich ein ›P‹ auf den Schulterklappen stellte den Unterschied zum Reichsbahner her. Nach der Wende 1990 wurden einige Bahnen in Parkeisenbahnen umgewandelt. Wenige wurden liquidiert (im Wende-Jargon ›abgewickelt‹).
Am 10. Juni 1956, dem »Tag des Eisenbahners«, wurde die Berliner Pioniereisenbahn (BPE) eröffnet. Sie war die sechste in der DDR. Die DR übernahm 1978 als einzige der Pioniereisenbahnen die Betriebsführung der Berliner PE. Alle anderen Pionierbahnen blieben kommunale Einrichtungen. Die DR sah in der Bahn in erster Linie eine Ausbildungseinrichtung. Durch Strecken- und Bahnhofs- verlegungen vergrößerte sich 1979 das Streckennetz auf 7,2 Kilometer. Bei der BPE kommen Lokomotiven von Klein- und Feldbahnen zum Einsatz. In der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre kam es zu einem Umdenken hinsichtlich des historischen Wertes der Bahn. Deshalb erhielt die PE 1987 mit einer restaurierten Lokomotive der Berliner Trümmerbahn von LOWA ihre erste Dampflokomotive. Mit der »Merapi« und der »Bielefeld« gingen 1992 zwei weitere Dampflokomotiven als Leihgaben in Betrieb. So konnte kurz vor Weihnachten 1992 erstmals der Betrieb mit drei Dampflokomotiven gleichzeitig erfolgen. Für den Fahrgast- verkehr sind rekonstruierte vierachsige Personen- und Güterwagen vorhanden. Auf alten Fahrgestellen von Wagen der ehemaligen Mecklenburg-Pommerschen-Schmalspurbahn (MPSB) wurden im damaligen Reichsbahn-Ausbesserungswerk (RAW) Schöneweide Wagenkästen modernisiert. Außer den Reko-Wagen verkehren ›offene‹ Sommerwagen. Im Frühjahr 2007 wurden durch Brandstiftung im Bahnbetriebswerk der BPE zahlreiche Fahrzeuge zerstört oder beschädigt.
Seit 1989 besteht eine AG Fernmeldetechnik. Parkeisenbahnern ab zwölf Jahren steht so der Dienst als Fernmeldemechaniker offen. Die AG-Teilnehmer sind für Pflege und Instandhaltung von Telefonen, Bahnsteiglautsprechern, Uhren und Beleuchtung zuständig.
1990 wurde die »Pioniereisenbahn Berlin« in »Berliner Parkeisenbahn« umbenannt. Die Betriebsführung blieb aber zunächst in den Händen der DR, wo sie als Abteilung des Instandhaltungswerks für Signal- und Telekommunikationstechnik geführt wurde. Am 15. Oktober 1993 wurde die neue, 0,6 Kilometer lange Strecke vom Bahnhof ›Badesee‹ zum S-Bahnhof ›WUHLHEIDE‹ (an der Linie S3 Richtung Erkner) eröffnet. Der Parkeisenbahnhof ›WUHLHEIDE‹ ist ein Sackbahnhof. Deshalb müssen dort die Lokomotiven umgesetzt werden. Die heutige Parkeisenbahn betreibt auf insgesamt 7,8 Kilometern 13 Linien und acht Bahnhöfe mit dem Betriebsbahnhof. Alle Bahnhöfe sind über den Park zugänglich. Die längste Fahrt dauert 35 MIN. Am Jubiläums-Wochenende verkehrten vier Züge gleichzeitig auf der Strecke. Gezogen von den Dampflokomotiven »MERAPI (Lok 10, Baujahr 1923)«. »Klaus (Lok 44, Baujahr 1950)«, den Diesellokomotiven »GUNTHER (Lok 199102-5, Baujahr 1973)« und »Schöma (Lok 199105-8, Baujahr 2012)«. Fernmeldeobermechaniker (DR) a.D. Michael Schmidt führte anschaulich durch die sehenswerte Ausstellung der Bahn-Telekommunikation.
Nach 1994 waren Eisenbahner und ihr Wissen bei der neuen Deutschen Bahn (DB) nicht mehr gefragt. Controller, Ökonomen und Juristen übernahmen die Führung im ›privatisierten‹ Unternehmen. Kurs Börse. Und fuhren die Bahn zügig auf das Abstellgleis. Heute stirbt sie. Die neue Bahnchefin darf Triebfahrzeuge steuern. Ob Frau Palla die Bahn wieder auf die Hauptstrecke lenken kann?
Das ROTE RATHAUS öffnete zum zweiten Mal seine Türen (06.06.). Besichtigt werden konnten die repräsentativen Säle – Festsaal, Säulensaal und Wappensaal – sowie der Erscheinungs-Balkon mit Blick auf den Rathausvorplatz. Einblicke waren möglich ins Amtszimmer des Regierenden Bürgermeisters (größer als meine Wohnung), in den Senatssitzungssaal, ins Büro der Senatssprecherin, in den Presseraum für die Medien sowie in den Louise-Schroeder-Saal.
Die Ausstellung zu den Gastgeschenken der vergangenen Jahre für die Regierenden Bürgermeister faszinierte. Ebenso die beeindruckende ›Bärchensammlung‹. Der Regierende Kai Wegner und der Senat reiten noch das tote Pferd Olympia. Am 20. September wählt der Souverän ein neues Abgeordnetenhaus (AGH).
Real! Gesehen im Aufzug am U-Bahnhof der U5 ›Rotes Rathaus‹ (06.06.).
Ganesha ist klein und dick, hat einen Elefantenkopf und sitzt auf Lotusblüten. Ganeshas große Ohren stehen für die Weisheit, die durchs (Zu)-Hören erworben wird. Wegen seiner Intelligenz und Stärke gilt die Gottheit als Überwinder von Bösem und Hindernissen sowie als Überbringer von Glück und Erfolg. Und Ganesha ist jetzt ein Berliner.
Mit einem großen mehrtägigen Fest und mit einer Serie spiritueller Rituale wurde der »Sri Ganesha Hindu Tempel« geweiht (Kreuzberg, 03.−07.06.). Höhepunkt war am Sonntagmorgen die Tempelweihe. Ein Priester goss dazu aus einem Krankorb nach altem Ritus Wasser aus dem indischen Fluss Ganges und aus der Berliner Spree über die Turmspitze des Tempels. Dies soll die göttliche Kraft symbolisieren, die den Tempel und die zahlreichen Götterfiguren im Inneren von oben in Besitz nimmt.
Der Tempel am Rande der Hasenheide in der Nähe des Hermannplatzes zählt zu den größten in Europa und ist ein echter Hingucker. Die in Gold gehaltene Dachkonstruktion des 17 Meter hohen Turms ist ein prächtig verziertes Gesamtkunstwerk indischer Meister. Die blaue Fassade weist Ornamente und Götterfiguren auf. Auch im Inneren ist das Gotteshaus prachtvoll gestaltet. Schwere geschnitzte Teakholztüren, Handarbeit aus Indien, führen hinein. In der Mitte bekommt Ganesha einen großen Altar, rundherum stehen kleinere ›Hütten‹ für dessen Familie: Vater, Mutter, Bruder, Onkel. Alles reich verziert.
»Unser Tempel soll allen gehören«, bekräftigt Vilwanathan Krishnamurthy vom Kreuzberger Tempelverein, »nicht nur den Hindus.« Ohne Missionieren, ohne Verpflichtungen. »Die Nachbarn sollen einfach unsere Feste mitfeiern.« (Quelle: Tagesspiegel). Bilder von der Innenansicht des Tempels liefere ich an dieser Stelle zeitnah nach.
Die Geschichte des Tempels begann mit ersten Planungen 2005. Erst 2010 ging es dann los. Der kleinere Tempel in Neukölln ist der erste für Hindus in Berlin. In Britz eröffnete 2013 der »Sri Mayurapathy Murugan Tempel«. Dieser ist vor allem Anlaufpunkt für Gläubige mit Wurzeln in Sri Lanka, während hinter dem Projekt an der Hasenheide die indischstämmige Gemeinschaft steht. Vilwanathan Krishnamurthy schätzt, dass etwa 45.000 Hindus in Berlin leben.
GANESH CHATURTHI gehört zu den bedeutendsten hinduistischen Festen in Indien. Hindus in aller Welt feiern jedes Jahr im Hindu-Monat Bhadra mit diesem Fest den Geburtstag des Elefantengottes Ganesha. So auch in Berlin. Dort gibt es jährlich eine Prozession mit einer großen Trommelgruppe, Tänzerinnen und Tänzern, teils mit Bändern und Schwertern und in farbenprächtige Tücher gehüllt. Eigentlich trommeln und tanzen sie mehr auf der Stelle, als voranzugehen.
Ganesha Chaturthi fällt auf den vierten Tag nach Neumond im Spätsommer/ Frühherbst: also auf den 14.09.2026 & 04.09.2027.
Im Osten was Neues. Nach vielen Jahren des Leerstandes hat die geschichtsträchtige Ostberliner »Mokka-Milch-Eisbar« neben dem Kino »International« wieder eröffnet (27.05.). Als Teil des Pavillon-Ensembles in dem sogenannten zweiten Bauabschnitt der Karl-Marx-Allee 1962 erbaut, war das Lokal ein beliebter Treffpunkt in Ost-Berlin. In der ganzen DDR entstanden in den 1960er-Jahren Milchbars. Noch in Betrieb ist die 2018 sanierte »Milchbar Pinguin« an der Leipziger Katharinenstraße 4.
Die »Mokka-Milch-und-Eis-Bar« wurde von Walter Franek als einer von fünf analogen Pavillons entworfen. Die sechs Pavillons der Karl-Marx-Allee: 1. Pavillon, ehemals Blumenhaus »Interflor« und Modesalon »Madeleine«; 2. Pavillon, ehemals Café-Restaurant »Moskau«; 3. Pavillon, ehemals Kosmetiksalon »Babette«; 4. Pavillon, ehemals Schuhhaus »Zentrum«; 5. Pavillon, ehemals »Mokka, Milch und Eisbar«; 6. Pavillon, ehemals Verkaufspavillon »Kunst im Heim«.
Nach fast 30 Jahren wurde die Einrichtung in der Wendezeit geschlossen. Ab 1993 erfuhr das Gebäude bis zur endgültigen Schließung 2019 weitere Nutzungen.
Thomas Natschinski (*1947) und seine Band widmeten dem Lokal an der Karl-Marx-Allee 35 mit »In der Mokka-Milch-Eisbar« 1969 ein eigenes Lied, das in der DDR zu einem Kultschlager mutierte: »In der Mokka-Milch-Eisbar hat sie mich geseh’n, in der Mokka-Milch-Eisbar, da ist es gescheh’n. Als sie bei einem Honig-Flip saß und mich mit großen Augen maß, ihr Lächeln schwebt her, wenn die Neugier nicht wär«, sang Thomas Natschinski, der selbst »bei einem Türkischen saß und irgendwie das Trinken vergaß«, um schlussendlich mit der Angebeteten vor ihrer Haustür zu landen. TäTäRä.
Nur wenige Tage nach der gefeierten Eröffnung des einstigen Berliner Kult-Lokals »Mokka-Milch-Eisbar« musste die neue Bar mit dem Namen »MOKKA MILCH« wieder schließen. Als Grund nannten die Betreiber, das Ehepaar Natacha und Alexander Neumann, unter anderem technische Probleme. Der Strom sei ausgefallen, dann sei die Kaffeemaschine kaputtgegangen.
Am 12. Juni ist nun der zweite Start geplant. Dann liefere ich auch die Fotos vom ›Innenleben‹ nach. U-Bahnhof ›Schillingstraße‹ (U5).
Das siebte Konzert der Reihe »Brasil em Concerto – Brasilianische Klänge« lud zu einer Reise durch die sinfonische Musik Brasiliens ein (Brasilianische Botschaft, 27.05.).
Das Konzert »Nacionalismo III« widmete sich den Werken von César Guerra-Peixe (1914–1993), Ernst Mahle (1929–2025) und Francisca »Chiquinha« Gonzaga (1847–1935). Das Repertoire deckte verschiedene Facetten der brasilianischen Orchester-komposition ab. Durch das Programm führte der Dirigent Prof. Knut Andreas. Die Violinistin Aurora Salamanca Villalobos bereicherte den Konzertabend als Gastsolistin. Das »Kammerorchester Georg Friedrich Händel« ist am Georg-Friedrich-Händel-Gymnasium in Berlin angesiedelt und setzt sich aus jungen Talenten des Jugendsinfonieorchesters Berlin zusammen. Die Geschichte des Orchesters ist seit seiner Gründung im Jahr 1969 geprägt von intensiver internationaler Tätigkeit. In Brasilien gewann diese Beziehung durch zwei Tourneen zwischen 2016 und 2024 besondere Bedeutung, die das Orchester in Städte wie São Paulo, Rio de Janeiro, Taubaté, Paraty und Niterói führten. Im Juni 2026 kehrt der wunderbare Klangkörper für eine neue Tournee durch den Bundesstaat Rio de Janeiro nach Brasilien zurück, mit Auftritten in Campos dos Goytacazes, Petrópolis und in der Hauptstadt selbst.
Ein Arrangement von Leonardo Cunha, das die Klangwelten von Luiz Gonzaga und Severino Dias de Oliveira, bekannt als Sivuca (1930–2006), einander näherbrachte, stand am Ende des mitreißenden Konzerts. Als Zugabe erklang der Samba-Titel »Aquarela do Brasil (Aquarell von Brasilien)«. In einer gekürzten Form wurde er unter dem englischen Titel »Brazil« international bekannt,
Über Francisca »Chiquinha« Gonzaga postete ich hier bereits 2024 (CHIQUINHA, 07.03.2024); über die Reihe »Brasil em Concerto« kürzlich im Post MONDNACHT (24.03.).
Integrantes da orquestra: Lea Neander-Villasenor (contrabaixo), Andressa Daniella und Peer-Salvador Heck (percussão), Heinrich Huhn (fagote), Raphael Eichberg und Alina Dietrich (clarinete).
Fahrt mit dem Intercity-Express nach LEIPZIG und zum VÖLKERSCHLACHT-DENKMAL (19.05.). Zuletzt besuchte ich im September 2025 diese faszinierende Stadt (siehe meine Posts GROSSER BAHNHOF, 2 MEPHISTOS WAY, 3 NOTENSPUR und 4 KLEINER BRAUNER vom 05.09.2025 hier im BLOG-FEED).
Zunächst durchstreifte ich die Innenstadt. Markttag. Zwei Elefantenköpfe weisen auf das Kaffehaus RIQUET. Sehr zu empfehlen ist die anderthalbstündige Rundfahrt »Leipzig HOP ON HOP OFF, Stadtentdeckung per Bus« mit elf Haltepunkten (im Uhrzeigersinn): Start am Ausgang der Goethestraße gegenüber des Ostportals des Hauptbahnhofs. Auf Ermäßigungen achten! Die angefahrenen Ziele: Thomaskirche mit Bach-Denkmal; Zoo (Gondwanaland); Gohliser Schlösschen und Schillerhaus; Waldstraßenviertel mit Stadthafen; Karl-Heine-Kanal und Clara-Zetkin-Park; Szenemeile »Karli«; Mediengelände (MDR) und Panometer; Völkerschlacht- denkmal; Deutsche Nationalbibliothek und Russische Gedächtniskirche; Bayerischer Bahnhof und Alte Messe; Gewandhaus und Oper.
Vom 16. bis 19. Oktober 1813 war Leipzig Schauplatz der VÖLKERSCHLACHT. Die verbündeten Heere Russlands, Preußens, Österreichs und Schwedens errangen dabei den entscheidenden Sieg über Napoleon und dessen Alliierte auf deutschem Boden. Dieser Sieg über Napoleons Streitmacht leitete zugleich das Ende der napoleonischen Ära ein. Die Bilanz: 600.000 Soldaten aus über zwanzig Ländern waren beteiligt, 100.000 Tote oder Verwundete waren zu beklagen. In Leipzig brach eine Typhus-Epidemie aus, die zehn Prozent der Bewohner das Leben kostete.
Zum einhundertsten Jahrestag der Völkerschlacht wurde das gewaltige 91 Meter hohe Monument als größtes Denkmalsbauwerk Europas im Südosten von Leipzig im Stadtteil Probstheida eingeweiht. Um die Mittagszeit herrschte Gegenlicht. Deshalb sind die folgenden Beschreibungen nur teilweise bebildert. Vor dem VÖLKERSCHLACHT-DENKMAL befindet sich ein 162× 79 Meter großes Wasserbecken, welches 1938 durch die Nationalsozialisten in »See der Tränen um die gefallenen Soldaten« umbenannt wurde. Das Völkerschlachtdenkmal weist einen quadratischen Grundriss auf. Dem Baukörper ist auf der Vorderseite eine breite Freitreppe vorgelagert. Mehrere Aussichtspunkte auf unterschiedlichen Ebenen bieten einen grandiosen Panoramablick über Leipzig und seine Umgebung.
Erbaut nach Entwürfen von Bruno Schmitz, schüchtert das Denkmal durch seine rittergeschmückte Krypta, die fast zehn Meter hohen Kolossalfiguren in der Ruhmeshalle und die 68 Meter hohe Reiterkuppel ein. Personenaufzüge führen bis zum oberen äußeren Rundgang in 58 Metern Höhe.
Sowohl außerhalb als auch innerhalb besitzt das Denkmal einen reichen Skulpturenschmuck. An der Außenwand des Kuppelbaus befinden sich zwölf kolossale ›Freiheitswächter‹. Sie stellen Ritter dar, die ihre Köpfe gesenkt haben und sich auf ihre Schwerter stützen. Am oberen Rand des Turmbaus steht die Inschrift »18. OKTOBER 1813«, welche sich auf den entscheidenden Tag der Völkerschlacht bezieht. Am oberen Rand der Freitreppe steht die Inschrift »GOTT MIT UNS«. So lautete der Schlachtruf der Preußen in den ›Befreiungskriegen‹. Über dem Haupteingang befindet sich eine monumentale Figur von »SANCT MICHAEL«. Der Erzengel Michael gilt seit der siegreichen ›Schlacht auf dem Lechfeld‹ am 10. August 955 als Schutzpatron der Deutschen.
Die acht Pfeiler der Krypta sind als riesige Totenmasken ausgebildet, vor denen jeweils zwei monumentale Totenwächter stehen. Sie stellen Ritter dar, die ihre Köpfe gesenkt halten und sich auf ihre Schilde stützen. Darüber öffnet sich als zentraler Gedenkraum die Ruhmeshalle mit vier kolossalen ›Tugenden der Deutschen‹ nach der wilhelminischen Staatsräson: VOLKSKRAFT auf der Nordseite, OPFERBEREITSCHAFT auf der Ostseite, TAPFERKEIT auf der Südseite, und GLAUBENSSTÄRKE auf der Westseite. Weiteres VÖLKERSCHLACHTEN und weitere ›Opfergänge‹ folgten: Verdun, Stalingrad, … Heutige Kriege werden gegen die Zivilbevölkerung geführt: DOMIZIDE in der Ukraine, in Gaza/ im Südlibanon, …
Immer dienstags zu den regulären Markttagen erproben sich am »Kids-Marktstand« auf dem Leipziger Wochenmarkt Vorschulkinder als kleine Händlerinnen und Händler. Bei der Amokfahrt von Leipzig am 4. Mai 2026 fuhr ein Autofahrer vom Augustusplatz mit einem SUV etwa 450 Meter quer durch eine Fußgängerzone in der Innenstadt (durch die Grimmaische Straße, am Markt entlang) und erfasste dabei mehrere Fußgänger:- innen. Dabei wurden zwei Menschen getötet und sechs weitere verletzt, zwei davon schwer. Der Fahrer wurde noch am Tatort festgenommen. Bei dem Festgenommenen handelte es sich laut Polizei um einen 33-jährigen Deutschen aus Sachsen.